Fukushima zehn Jahre danach: Japans Unglück und sein langer Schatten

Noch immer ist das Tragen von Schutzanzügen auf dem Gelände des Kernkraftwerks Pflicht.
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Vor zehn Jahren fegte ein Tsunami über Teile Japans hinweg und führte in und rund um Fukushima zur schlimmsten Reaktorkatastrophe seit Tschernobyl. Bis zu 20.000 Menschen kamen ums Leben. Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel wurden radioaktiv verseucht. Die Spuren des Super-GAUs haben tiefe Narben im Land der Technologien hinterlassen.

Es war der 11. März 2011, als ein Erdbeben der Stärke 9,0 die Küste Japans traf. Das Epizentrum lag vor der Ostküste Honshus, die Erschütterungen erzeugten einen Tsunami mit meterhohen Wellen. Die Folge: Das Kraftwerk Fukushima Daiichi wurde vom öffentlichen Stromnetz getrennt. Die Energie für die Kühlung der Brennelemente in den Reaktorkernen brach weg, das Kernmaterial schmolz und Explosionen zerstörten die Gebäude der Anlage. Die freigesetzte radioaktive Strahlung zwang die Regierung zu einer Evakuierung, bei der innerhalb eines Radius von 40 Kilometern 120.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten.

Unglück mit Halbwertszeit

Das Unglück wirft einen langen Schatten. Ein Gebiet so groß wie München ist auch zehn Jahre danach als Sperrgebiet ausgewiesen. Von den Menschen, die nach dem Unfall ihre Heimat verlassen mussten, sind bisher nur 26 Prozent zurückgekehrt, erklärte das Bundesamt für Strahlenschutz auf einer Pressekonferenz im Februar. Das ist auch weiter nicht verwunderlich, denn manche Auswirkungen auf die Gesundheit sind immer noch nicht abschließend erfasst, heißt es weiter. Es sei nicht auszuschließen, dass Erkrankungen als direkte Folge des Unfalls auftreten.

Bis heute wurden über eine Millionen Tonnen kontaminiertes Kühl- und Regenwasser aus den Reaktorgebäuden abgepumpt und lagern in Tanks auf dem Gelände. Allmählich wird der Platz knapp. Zwar wurde das Wasser bis auf Spuren von Tritium gereinigt, doch es stellt sich die Frage: Was damit tun? Verdünnen und ins Meer leiten ist einer der Pläne von Japans Regierung, der bei Bevölkerung und im Ausland auf heftigen Widerstand stößt. Die Entscheidung darüber steht noch immer aus.

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