Von Masken-Deal profitiert?
Bestechungsverdacht: Hausdurchsuchung bei schwäbischem CSU-Politiker Nüßlein

Die Büros des CSU-Politikers Georg Nüßlein sollen durchsucht worden sein.
  • Die Büros des CSU-Politikers Georg Nüßlein sollen durchsucht worden sein.
  • Foto: picture alliance/dpa | Jörg Carstensen
  • hochgeladen von Svenja Moller

Ermittler haben die Büros und die Berliner Wohnung des Krumbacher CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein durchsucht. Medienberichten zufolge war seine Abgeordnetenimmunität zuvor offiziell aufgehoben worden. Der CSU-Fraktionsvize soll einen Maskenhersteller an die Bundesregierung und die bayerische Landesregierung vermittelt haben. Er soll dafür eine sechsstellige Provision erhalten haben, die er wohl nicht versteuert hat. Laut Bildzeitung handelte es sich um 650.000 Euro, die als Beraterhonorar an Nüßleins Firma Tectum bezahlt wurden. Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte gegenüber der Augsburger Allgemeinen Ermittlungen gegen zwei Beschuldigte "im Zusammenhang mit dem Kauf von Atemschutzmasken".

Georg Nüßlein (CSU) wird Bestechlichkeit und Bestechung vorgeworfen

Auch seine Wohnung in Berlin und sein Wahlkreisbüro in Günzburg sollen durchsucht worden sein. Die Rede ist von "13 Objekten". Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass es um den Anfangsverdacht der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern geht. Ein Haftbefehl besteht laut der Augsburger Allgemeinen derzeit nicht.

Nüßlein ist seit 2002 Mitglied im Bundestag

Seit 2002 ist der Krumbacher Mitglied des Deutschen Bundestags, seit 2014 Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der Jurist und Abgeordnete des Wahlkreises Neu-Ulm ist Mitglied in den Ausschüssen für Gesundheit, für Wirtschaft und Energie sowie für Umwelt und Naturschutz. Am Donnerstag hätte er laut Medienberichten in der Bundestagsdebatte zum Thema Schnelltests sprechen sollen. Sein CSU-Kollege Stephan Pilsinger hat ihn vertreten. Er wollte sich aber nicht zu Nüßlein äußern.

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