Was kann der "CH-47F Chinook"?
60 neue Transporthubschrauber - Bundeswehr bekommt wieder fliegende Bananen

Die Bundeswehr soll 60 Chinook-Transporthubschrauber bekommen. (Symbolbild)
  • Die Bundeswehr soll 60 Chinook-Transporthubschrauber bekommen. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert
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Seit der russische Angriffskrieg in der Ukraine tobt, wird auch in Deutschland wieder über den Zustand der Bundeswehr und eine militärische Aufrüstung diskutiert. Nachdem bereits ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro zur Aufrüstung der deutschen Streitkräfte geplant ist, hat die Bundesregierung sich nach einem Medienbericht nun für einen neuen schweren Transporthubschrauber für die Bundeswehr entschieden. Dabei handelt es sich um Maschinen des Typs CH-47F Chinook vom US-Hersteller Boeing. 

Fünf Milliarden Euro für 60 Hubschrauber

Scheinbar will das Verteidigungsministerium 60 Hubschrauber des Typs Chinook CH-47F kaufen. Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise. Die Kosten für die Transportmaschinen sollen etwa fünf Milliarden Euro betragen. Das Geld soll aus dem 100-Milliarden-Sondervermögen für die Bundeswehr kommen.

Lieferung bis zum Jahr 2025/26

Die neuen schweren Transporthubschrauber würden die 50 Jahre alten und reparaturanfälligen Sikorsky CH-53G-Hubschrauber ersetzen, die Anfang der 1960er-Jahre entwickelt wurden und nur einen Hauptrotor und einen Heckrotor besitzen. Diese mittleren Transporthubschrauber waren zum Beispiel in Afghanistan im Einsatz und sollen spätestens 2030 sowieso ausgemustert werden. Eigentlich plante die Bundeswehr bis dahin selbst neue Transporthubschrauber zu entwickeln. Dieses Vorhaben scheiterte aber, weil es zu viel Geld gekostet hätte. Die Lieferung der neuen Chinook-Hubschrauber könnte dem Bericht zufolge frühestens ab dem Zeitraum 2025/26 stattfinden. 

Der schwere Transporthubschrauber CH-47F Chinook

Der CH-47F Chinook ist ein bewährter und leistungsfähiger Multi-Missionshubschrauber. Eine Hauptkomponente sind die beiden Tandem-Rotoren. Diese Konstruktion bietet auch bei starkem Wind erhöhte Stabilität, einen erweiterten Schwerpunkt, den niedrigsten Abwind aller schweren Transporthubschrauber, sowie eine hohe Geschwindigkeit und eine überlegene Manövrierbarkeit. Durch die Tandem-Rotor-Konstruktion ist der Chinook-Hubschrauber für ein größeres Spektrum an Missionen und Einsätzen geeignet, als andere Hubschrauber. Er kann zum Beispiel im Gebirge, bei der Evakuierung von Verletzten in unebenem Terrain, beim Einsatz auf Flugzeugträgern und Militärschiffen oder auf dem Wasser eingesetzt werden.

Der CH-47F Chinook hat ein ein externes dreifaches Wechselhakensystem. Das ermöglicht ihm Einzel-, Doppel-, Dreipunktladungen, oder auch drei Einzelladungen gleichzeitig, zu tragen. Je nachdem wie das Hakensystem verwendet wird, kann der Hubschrauber bis zu 12.700 Kilogramm tragen. Der Rumpf, bzw. die Kabine des Hubschraubers ist je nach Bedarf rekonfigurierbar. So können entweder Passagiere mit Truppensitzen oder Fracht transportiert werden. Außerdem verfügt der schwere Transporthubschrauber über ein Glascockpit mit fünf gleichen Flüssigkristall-Bildschirmen und einem Selbstverteidigungssystem in Form von vier M-130-Täuschkörper-Werfern, Störgeräten und Raketenanflugs-Warnsensoren.

Bessere Kleidung und persönliche Ausrüstung

Das ist aber nicht alles, was die Bundesregierung in die Bundeswehr und die allgemeine Verteidigungsfähigkeit investieren will. Anfang April gaben das Verteidigungsministerium und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bekannt, dass auch die persönliche Bekleidung und Ausrüstung der Soldaten und Soldatinnen verbessert werden sollen. Dafür sollen bis Ende des Jahres 2025 weitere 305.000 Schutzwestensysteme Mobast, 150.000 Kampfbekleidungssätze, 122.000 Gefechtshelme sowie 250.000 Rucksäcke geliefert werden. "Die persönliche Schutzausrüstung liegt mir besonders am Herzen, denn unsere Soldatinnen und Soldaten verdienen den besten Schutz bei Einsatz und Übung", sagte Lambrecht dazu.

2,4 Milliarden Euro für Kleidung und Ausrüstung

Für die Bekleidung und Ausrüstung sollen etwa 2,4 Milliarden Euro ausgegeben werden. Ursprünglich war weniger Material und das erst bis zum Jahr 2031 vorgesehen. "Wir werden zügig erste Verbesserungen bei der Truppe sehen und wollen bis Ende 2025 eine Vollausstattung der Truppe mit Schutzwesten, Kampfbekleidung und Rucksäcken erreichen", erklärte Verteidigungsministerin Lambrecht.

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