Eishockey
Vor der Bayernliga-Spielzeit gibt es beim ESV Buchloe viele Ungewissheiten

Mit dem Testspiel gegen den ESV Kaufbeuren ist der Eishockey-Bayernligist ESV Buchloe vor einer Woche in die neue Saison gestartet. Im Sommer mussten die Piraten allerdings einige personelle Rückschläge kompensieren ? auf und neben dem Eis. Die Buchloer Zeitung hat sich mit dem Sportlichen Leiter Jürgen Warkus (61) über die anstehende Spielzeit unterhalten.

Herr Warkus, der Top-Torwart steht nur noch eingeschränkt zur Verfügung, der überragende Torjäger der vergangenen zwei Spielzeiten ist in die USA zurückgekehrt und der Wunschtrainer musste aus beruflichen Gründen passen. Als Sportlicher Leiter konnten Sie sich sicher nicht über einen arbeitsarmen Sommer beschweren, oder?

Warkus: Nein, das stimmt. Natürlich ist es nicht einfach, drei solche Leute zu ersetzen. Der enge finanzielle Rahmen, in dem wir uns bewegen, erleichtert die Suche natürlich auch nicht unbedingt. Da muss man immer doppelt und dreifach überlegen, was man macht.

Vergangene Saison kamen zahlreiche namhafte Verstärkungen; statt in der Aufstiegsrunde mitzumischen, musste der ESV jedoch bis zuletzt um den Klassenerhalt zittern. Sind Sie bei den Zielvorgaben heuer zurückhaltender?

Warkus: Ich bin mir sicher, dass es auch heuer möglich ist, mit unserer Mannschaft unter die ersten Sechs bis Acht zu kommen. Seine Ziele muss man sich hoch stecken. Zu sagen, wir wollen Zehnter werden, wäre weder für mich, noch für die Mannschaft ein Anreiz. An der Spitze wird es wie in den Jahren zuvor wieder ein paar Teams geben, die in ihrer eigenen Liga spielen. Dahinter wird das Niveau aber erneut sehr ausgeglichen sein.

Lassen Sie uns über die drei angesprochenen Personalien ausführlicher reden. Wie groß war der Schock, als Norbert Zabel Ihnen sagte, dass er als Trainer nicht mehr zur Verfügung steht?

Warkus: Norbert hatte vergangenes Jahr schon gesagt, dass er nur noch diese Saison zu Ende machen will - insofern hat sich der Schock in Grenzen gehalten. Ich habe allerdings schon gedacht, dass ich ihn überreden kann, noch ein Jahr dran zu hängen. Aber er wollte beziehungsweise konnte aus beruflichen Gründen einfach nicht mehr. Uns bleibt nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren.

Als Sie Norbert Zabel beim letzten Mal ersetzen mussten, kristallisierte sich die Lösung mit Franz Josef Baader schnell als - ihr damaliger O-Ton - ,,Missverständnis" heraus. Warum ist Andreas Nuffer nun der Richtige?

Warkus: Weil er in unser Schema passt. Er hat Eishockeysachverstand und ist, so ehrlich muss man sein, erschwinglich für uns. Einen hauptberuflichen Trainer mit großem Namen zu verpflichten, ist für uns einfach nicht machbar.

Nuffer hat in Miesbach, Kaufbeuren und Landsberg bislang nur Jugendteams trainiert. Ist das ein Risiko?

Warkus: Die große Frage der Saison ist sicherlich, wie er die Umstellung vom Jugend- auf den Seniorenbereich meistert. Aber ich bin optimistisch. Er ist sehr engagiert und, wie schon gesagt, fachlich qualifiziert. Am Umgang mit einem Seniorenteam muss er noch arbeiten. Aber da hat er unsere volle Unterstützung.

Schmerzen dürfte auch, dass Torwart Florian Warkus aus beruflichen Gründen kürzer treten muss. Fritz Hessel hat in der vergangenen Saison zwar einen großen Schritt nach vorne gemacht und gezeigt, dass er ein hervorragender Bayernliga-Torwart sein kann. Aber hat er auch die Konstanz, um das dauerhaft unter Beweis zu stellen?

Warkus: Das wird sich zeigen. Fritz hat es selbst in der Hand, wo sein sportlicher Weg hinführt. Aber auch da bin ich optimistisch.

Was passiert, wenn sich Hessel verletzt? Die Ersatzriege um Sebastian Reisinger, Markus Streit und Patrick Zibrowius hat keinerlei Erfahrung im höherklassigen Seniorenbereich

Warkus: Florian Warkus wird uns aus beruflichen Gründen freitags definitiv nicht mehr zur Verfügung stehen, an Sonntagen wird er aber sicherlich hin und wieder einspringen können. Sollte Fritz allerdings langfristig ausfallen, haben wir ein Problem. In diesem Fall werden wir uns wohl noch mal am Spielermarkt umsehen müssen.

Thomas Fortney war in den vergangenen Jahren der alles überragende Akteur in Buchloe und einer der besten Stürmer der Liga. Kann man den Abgang so eines Spielers überhaupt kompensieren?

Warkus: Der Abgang von Thomas Fortney tut uns sicherlich weh. Allerdings - und das war das einzige Manko in den vergangenen zwei Jahren - sind wir ohne ihn nicht mehr so berechenbar. In der Breite sind wir heuer sicherlich besser aufgestellt.

Mit Adrian Hack und Georg Hessel haben wir zwei neue Spieler mit Erfahrung, die wissen, wo das Tor steht. Auch die Weigant-Zwillinge haben ihre Qualitäten in der Bayernliga schon unter Beweis gestellt. Die Last ist auf mehrere Schultern verteilt. Die Frage wird eher sein, wie Peter Westerkamp ohne Thomas Fortney zurechtkommt. Beide haben natürlich schon von der ähnlichen Spielanlage profitiert.

Bislang steht kein neuer Ausländer im Kader. Kann sich da noch etwas ändern, oder ist das Team komplett?

Warkus: Ein neuer Ausländer ist derzeit kein Thema. Mir ist es ohnehin lieber, wenn der ein oder andere Nachwuchsspieler in der kommenden Spielzeit seine Chance erhält. Lediglich wenn ein erschwinglicher Verteidiger mit Erfahrung im Angebot wäre, könnte ich mir vorstellen, dass wir noch mal zuschlagen. Ansonsten ist der Kader komplett.

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