Motorsport
Alpina: Positives Resümee nach ADAC Masters

Auch wenn es nicht zur Titelverteidigung reichte, ist Alpina-Motorsportchef Andreas Bovensiepen mit drei Saisonsiegen zufrieden, mit den vierten Plätzen in der Fahrer- und Teamwertung aber nicht. 'Es ist noch nie einem Hersteller gelungen, den Titel zwei Mal zu gewinnen', sagt er. Doch die Umstände des letzten Rennens erzürnen ihn noch immer, dessen Mannschaft sich zudem aus dem Rennsport als Werksteam zurückzieht.

Der Titelverteidiger war mit einem Sieg in die Saison gestartet und bekam daraufhin 30 Kilo 'Balance of Performance' (BoP)-Gewicht aufgebrummt: Damit sollen die verschiedenen Fahrzeugkonzepte der 13 Hersteller wie Aston Martin, Corvette oder Lamborghini ausgeglichen werden.

Denn im Gegensatz zur Formel 1 oder der DTM sind die Autos alle individuell: Manche Hersteller haben den Motor hinten (Porsche), andere in der Mitte (Audi) oder wie Alpina in dem BMW Alpina B6 GT3 vorn. Zudem haben die Boliden unterschiedliche Leistung, Windschnittigkeit oder Traktion.

Das soll durch die BoP nivelliert werden. 'Das ist durchaus sinnvoll und auch meist gelungen. Dadurch entscheidet die Qualität der Fahrer', meint Bovensiepen. Beim vorletzten Rennen waren die Meisterschaftsfavoriten nach 60 Rennminuten innerhalb von drei Sekunden.

Insofern war die Entscheidung der Verantwortlichen im Deutschen Motorsport Bund (DMSB) vor dem letzten Rennen befremdlich: Alpina bekam neben dem berechtigten Erfolgsgewicht (50 Kilogramm nach Platz eins und zwei am Nürburgring) zusätzlich eine verminderte Luftzufuhr, wie auch Corvette.

Zugleich bekam Mercedes einen größeren Airrestriktor und Porsche weniger Gewicht. Im Rennen war Alpina deshalb chancenlos: 'Das war schon bei der Startaufstellung klar, als wir trotz schneller Fahrer nur die Plätze 15 und 21 belegten. Das war auch für die Zuschauer nicht nachvollziehbar', so Bovensiepen.

Dementsprechend waren die Fahrer Dino Lunardi und Maxime Martin abgeschlagen – genauso wie Corvette, während Mercedes SLS die Meisterschaft gewann. Martin sah sich in dem Rennen deshalb zum 'Statisten' degradiert und Bovensiepen eine 'verzerrte Meisterschaft'.

Die Teilnahme am ADAC GT Masters war insgesamt sehr erfolgreich für Alpina. In vier Jahren, drei davon als Werksteam, hat der Buchloer Fahrzeughersteller eine Meisterschaft und zwölf Rennsiege gefeiert. 'Das ist besser gelaufen als erwartet. Darauf sind wir stolz', so Bovensiepen. Denn das Ziel war es, als 'David gegen Goliath' die großen Autohersteller zu schlagen. 'Das ist uns gelungen.

Wir haben alle unsere Ziele erreicht, unsere Leistungsfähigkeit gezeigt und die Bekanntheit der Marke Alpina über die Live-Berichterstattung im Fernsehen gesteigert.'

Doch der Sportchef ist auch einer der Geschäftsführer von Alpina. Nach den motorsportlichen Erfolgen – die für einige eine Doppelbelastung darstellten – liegt der Schwerpunkt in Zukunft bei der Entwicklung und Vermarktung von Straßenfahrzeugen und einem baldigen Markteintritt in China.

Zudem bekam Alpina einen Auftrag über Rennmotorenlieferung, für den ein Teil des Rennteams zum Einsatz kommt. 'Der Rückzug ist also im Sinne der Gesamtfirma', sagt Bovensiepen.

In den nächsten Jahren sei kein Wiedereinstieg geplant. Doch mit der Unterstützung von Kundenteams – auch in der GT Masters – bleibe Alpina am Ball.

'Und man soll niemals nie sagen', so Bovensiepen.

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