Planung
Zwischen sieben Kommunen soll ein interkommunales Gewerbegebiet entstehen

Es zieht was auf in den Gemeinderäten im Unterallgäu. Einen Vorgeschmack darauf machten die Mitglieder des Türkheimer Rates, die stundenlang tagten. Den Löwenanteil nahm dabei - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - ein Thema ein, das in den nächsten Wochen ebenso großen Platz in vielen anderen Ratssitzungen einnehmen dürfte: ein interkommunales Gewerbegebiet. Im konkreten Fall ging es in Türkheim um ein Gewerbegebiet, an dem insgesamt bis zu sieben Kommunen beteiligt sein könnten: Neben Türkheim sind dies laut Informationen unserer Zeitung Bad Wörishofen, Rammingen, Amberg, Wiedergeltingen, Ettringen und Tussenhausen. Ein Beschluss wird von den Gemeinderäten vorerst aber noch nicht erforderlich sein, wie Türkheims Bürgermeister Sebastian Seemüller sagte: «Es ging erst mal darum, sich über diese Idee zu informieren.» Der Tenor der Diskussion im Türkheimer Rathaus sei kritisch, aber mehrheitlich positiv gewesen.

Stein ins Rollen gebracht

Eine Tendenz, die Landrat Hans-Joachim Weirather gefallen dürfte. Er hat vor etwa einem Jahr den Stein ins Rollen gebracht und die Unterallgäuer Bürgermeister an der A96 und der A7 zu einem Gespräch eingeladen. Darin sollten die Chancen in gemeinsamen Gewerbegebieten ausgelotet werden. An dessen Ende sollen - so die Vorstellung des Landrates - gemeinsame Projekte anstelle vieler Einzellösungen stehen. «Ein solches Projekt gibt es seit Herbst zwischen Westerheim und Holzgünz. Es wäre schön, wenn sich zwischen Türkheim und Bad Wörishofen Ähnliches entwickeln würde», sagte Weirather.

Das Konzept biete viele Vorteile, sagte der Landrat: «Wir kriegen Gewerbegebiete in 1A-Lage und vermeiden damit Zersiedelung. Über diesen Weg würden wir auch Flächen in der Entwicklung voranbringen.» Die Hilfe des Landkreises soll sich dabei nicht nur auf warme Worte beschränken, fährt Weirather fort: Gemeinden, die ein interkommunales Gewerbegebiet planen, erhalten dabei Unterstützung durch Lothar Zettler vom Memminger Planungsbüro «Lars Consult». Für dessen Dienste gibt der Landkreis eine Summe im hohen vierstelligen Bereich aus. «Wir zahlen den Gemeinden aber nicht die Erstellung eines Flächennutzungsplans», macht Weirather klar. Zettler soll den Kommunen das Know-how anbieten und ihnen die Idee präsentieren.

Eben jene Kosten für die Gebietsausweisung sollen Teil der Synergieeffekte sein, erläutert Zettler: «Die Kommunen können sich die Kosten für die Erschließung eines Gewerbegebietes teilen und haben damit Spielraum für andere Dinge.» Diese könnten zum Beispiel das richtige Marketing für das Gebiet sein. Die Einnahmen, die durch das Gebiet entstehen, könnten sich die Gemeinden anhand eines Anteilsschlüssels wiederum teilen.

Vorbehalte, wonach manche Gemeinden fürchten, etwas von «ihrem» Gebiet an andere abtreten zu müssen, scheinen vorprogrammiert zu sein, sind aus Sicht von Zettler aber unbegründet. «Die Erkenntnis muss auftauchen, dass Teilen in diesem Fall nicht Halbieren ist.»

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