Fußball
Zwischen Abstiegsangst und Euphorie

Die Einen stecken mitten im Abstiegskampf, die anderen sind auf dem besten Weg, den Sprung nach oben zu schaffen. Zu Beginn der Winterpause wird bei den Fußballern in und um Buchloe analysiert - Stärken wie Schwächen. Es ist der Zeitpunkt, Anspruch und Wirklichkeit zu vergleichen. Diesem Thema nimmt sich zur Winterpause auch die BZ an.

FSV Lamerdingen (Kreisliga)

l Die Ansprüche: Der ehemalige Bezirksligist will sich Schritt für Schritt wieder an die Kreisliga-Spitze herantasten. Das Ziel zu Saisonbeginn lautete daher, oben mitzuspielen.

l Die Realität: Der FSV steht momentan zwar auf Platz fünf, Vorsitzender Karl Lang meint aber: «Wir sind nicht ganz zufrieden.» Zeitweise steckten die Lamerdinger in der Vorrunde im Tabellenkeller fest, hatte zudem mit Verletzungspech zu kämpfen. In den letzten Spielen vor der Winterpause deutete der FSV hingegen sein Potenzial an: Seit sieben Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen. Lang: «Das passt schon. Wenn wir am Saisonende Vierter oder Fünfter sind, dann wäre das ein versöhnliches Saisonende.»

l Die BZ-Prognose: Zuletzt kam der FSV immer besser in Fahrt. Am Ende wird es ein Platz im gesicherten Mittelfeld. Für mehr fehlt dem Team momentan noch die Konstanz, zudem sind die Spitzenmannschaften BSC Memmingen und TV Erkheim in der Tabelle schon zu weit enteilt.

FC Buchloe (Kreisklasse)

l Die Ansprüche: Der Abstieg aus der Kreisliga ist nur schwer zu verdauen. Im Jahr des 90. Geburtstags haben die Buchloer ohne Wenn und Aber den Wiederaufstieg angestrebt - und sich selbst als Meisterkandidat genannt.

Die Realität: Abstiegskampf anstelle von Aufstiegsspannung heißt das Motto. Den Winter verbringt der FCB auf dem viertletzten Platz. Grund zur Panik besteht aber dennoch nicht, betont Vorsitzender Richard Heigl. «Die Mannschaft weiß selber, dass die Hinrunde nicht befriedigend war. Aber zählen wir die Punkte, die wir bei den Unentschieden leichtfertig haben liegen lassen, dazu, würden wir deutlich besser stehen.» Um die Chancenverwertung anzukurbeln, befindet sich der FCB derzeit auf der Suche nach einem Stürmer. «Die Verhandlungen laufen, es gibt Kontakt zu mehreren Kandidaten», sagt Heigl.

Die BZ-Prognose: Wie in der Vorsaison hat man beim FC Buchloe Probleme damit, der Realität ins Auge zu sehen. Anstatt sich nach der enttäuschenden Hinrunde auf den Abstiegskampf zu konzentrieren, werden neue Saisonziele im oberen Tabellendrittel ausgegeben. Zwar hat sich das Team mit einem Sieg und zwei Unentschieden aus den letzten drei Partien halbwegs versöhnlich in die Winterpause verabschiedet. Mehr als der Klassenerhalt ist in dieser Saison aber nicht drin.

TV Waal (Kreisklasse)

l Die Ansprüche: Der TV Waal startete selbstbewusst in die Runde. Eine Platzierung unter den ersten Fünf lautete das Saisonziel.

Die Realität: Ist ernüchternd. Mit acht Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz steht der TV am unteren Tabellenende. «Uns geht es wie Jengen in der vergangenen Saison», sagt Abteilungsleiter Martin Schmid in Anspielung auf die Verletzungsmisere. «Wenn drei Leistungsträger langfristig ausfallen, reißt das bei einem kleinen Verein natürlich Löcher.» Erschwerend hinzu kommt an dieser Stelle die mangelnde Erfahrung in der Elf. Spielertrainer Andreas Schmid ist mit seinen 26 Jahren einer der Ältesten in der Mannschaft. Das Positive: «Die Moral im Team hat bislang immer gestimmt», sagt Schmid: «Und solange es rechnerisch möglich ist, glauben wir an den Klassenerhalt.»

Die BZ-Prognose: Auch wenn man der jungen, sympathischen Truppe Anderes wünschen möchte: Passiert kein Wunder, wird für den TV Waal am Saisonende wohl der bittere Gang in die A-Klasse stehen. Dass so eine «Auszeit» für die Entwicklung einer Mannschaft langfristig aber auch förderlich sein kann, sieht man beim FC Jengen.

FC Jengen (B-Klasse)

l Die Ansprüche: Nach dem Abstieg ist der FC Jengen mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch in die Saison gestartet. Als Ziel wurden daher klipp und klar die Meisterschaft in der B-Klasse und der sofortige Wiederaufstieg ausgegeben.

l Die Realität: Es läuft alles nach Plan: 16 Spiele, 15 Siege, pro Spiel im Schnitt 5,2 Treffer. Als Gründe für den Erfolg nennt Trainer Franz Glas unter anderem die Rückkehr der lange verletzten Leistungsträger ins Team, den Zusammenhalt und die gute Trainingsbeteiligung. «Außerdem habe ich das Spielsystem umgestellt», so der Coach.

l Die BZ-Prognose: Keine Frage: Der FC Jengen schafft den Durchmarsch und damit die Rückkehr in die Kreisklasse. In dieser Form sind die Jengener nicht zu stoppen und beenden die Runde ungeschlagen.

SC Lindenberg (B-Klasse)

l Die Ansprüche: Einen einstelligen Tabellenplatz wollte der SC Lindenberg heuer erreichen. Zudem soll der Prozess fortgesetzt werden, den SCL zu einer konkurrenzfähigen Mannschaft zu machen.

l Die Realität: «Wir haben uns schon ein bisschen mehr vorgenommen», sagt Trainer Wolfgang Schubert. Allerdings habe eine Serie schwerer Verletzungen diese Pläne durchkreuzt. Schubert: «Das ging schon im ersten Vorbereitungsspiel los. Unser größtes Manko ist, dass wir nie richtig in Fahrt gekommen sind.» Mit der spielerischen Entwicklung des Teams ist Schubert zufrieden: «Fußballerisch haben wir uns verbessert.» Allerdings gelinge noch nicht allen Spielern der Spagat vom Hobbyfußball zum geregelten Spielbetrieb.

l Die BZ-Prognose: Dass es nicht von heute auf morgen geht, eine Hobbymannschaft zu einem schlagkräftigen Team zu formen, war klar. Immerhin hat der SCL von 16 Partien nur elf verloren. Mehr als ein Platz im Tabellenkeller wird es auch heuer nicht werden.

 

Teamgeist und Moral beim TV Waal sind intakt. Nach der Winterpause wird der Tabellenletzte allerdings mehr bieten müssen, um den drohenden Abstieg aus der Kreisklasse noch abwenden zu können. Archiv-Foto: Robert Lerchner

 

 

 

 

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