Konzert
Zwei Männerchöre in Jengener Kirche

Musik verbindet – zum Beispiel Hessen und Bayern. Feststellen ließ sich dies am vergangenen Wochenende bei einem gelungenen Gemeinschaftskonzert des Männergesangsvereins 'Eintracht-Liederkranz 1874 Obertiefenbach' und des BSW-Männerchores Buchloe in der Jengener St. Martins-Kirche.

Unter Leitung von Hubertus Weimer (Obertiefenbach) und Reinhold Geiger (Buchloe) brachten die beiden Chöre zunächst getrennt und dann gemeinsam in einer beseelten, innigen Umsetzung von 'Abendfrieden' in einem Satz von Rudolf Desch den ganzen Charme romantischer Chormusik zum Klingen.

Sowohl geistliche als auch weltliche Musik war zu hören. Die etwa 30 Obertiefenbacher Sänger überzeugten zunächst mit 'Waldandacht', 'Mondnacht' und 'Still ruht der See'.

Man konnte sprichwörtlich die Stecknadel fallen hören, so gut hatte Chorleiter Weimer 'seine' Männer auf Präsenz und Konzentration getrimmt. Die Solisten Stefan (Tenor) und Christoph Heep (Bass-Bariton) zeigten sich gut disponiert mit warmem, einschmeichelndem Timbre.

Mit 'Nobody knows' lieferten die Männer einen stilsicher und federnd swingenden Ausflug in den Bereich des Spirituals ab, bevor man mit 'Abendfriede am Rhein' von Mathieu Neumann musikalisch abwechslungs- und einfallsreich die hessische Heimat grüßte.

Der BSW-Chor begann seinen Block mit geistlicher Musik mit einer sich langsam entwickelnden, ruhigen Klangverkostung des 'Herr, schütze uns' nach Tschaikowsky.

Besonderen Wert legten die Buchloer auf die so typischen Tonrepetitionen in der ostkirchlichen Sakralmusik sowie auf lange klingende Endkonsonaten. Knackig und mit forschem Jubel setzte der Silcher-Hymnus 'Jauchzet dem Herrn' danach einen klaren, reizvollen Gegensatz.

Noch einmal Osteuropa kam mit Roman Zymbals, intonatorisch recht empfindlichem Satz 'Amen, Halleluja' mit sehr kompaktem Klang und ausgesprochen sonorem Bassregister zum Zuge. Mit 'O Herr, welch ein Morgen' ging schlicht und innig, in der Tenor-Solo-Partie (Helmut Jambor) mit hellem Schmelz der Vortragsblock der Buchloer Gastgeber zu Ende.

Aus ihrem weltlichen Programm sangen die Obertiefenbacher danach Mendelssohn Bartholdys 'Der frohe Wandersmann' – in den hohen Stimmen vielleicht eine Spur zu offensiv und dominant.

Es folgte der Themenkreis Sehnsucht und melancholisch-traurige Balladenkunst. 'Gute Nacht' (Adolf Eduard Marschner) und 'Das Ringlein' (Richard Nagel) rundeten den Vortragsblock sensibel ab.

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