Astronomie
Zur Himmelsbeobachtung waren drei Buchloer auf einer afrikanischen Farm

Auf den ersten Blick ist der Ausflug von Werner Hasubick (Buchloe), Michael Scheßl (Kaufbeuren) und Reinhard Lehmann (Landsberg) nicht von einem gewöhnlichen Urlaub zu unterscheiden: Frühstück für Langschläfer, tagsüber wird im Liegestuhl in der Sonne unterhaltsame Literatur gewälzt, später schlägt man sich die Nächte um die Ohren. Bei den Mitgliedern der Astronomischen Gesellschaft Buchloe (siehe Infokasten) war eines jedoch grundlegend anders: In der Nacht wurde quasi hart gearbeitet. Die drei Männer waren zu Besuch auf einer sogenannten Astrofarm, mitten in der afrikanischen Kalahari-Wüste, rund 150 Kilometer südöstlich von Namibias Hauptstadt Windhoek.

'Namibia ist ein absolutes Traumland für Astronomen', sagt Scheßl. Doch ganz so einfach machte es sich die kleine Reisegruppe nicht bei der Auswahl der Destination. Zunächst wurde viel in Fachzeitschriften geblättert, dann musste die passende Neumondphase gefunden werden. Nach reiflicher Planung ging es los, mit jeder Menge Reisegepäck. Mit Ferngläsern, Sternkarten, Digitalkameras, Himmelsführern, Stativen, wichtigen Dokumenten, Medikamenten – und mit der passenden Bekleidung. 'Wir hatten von der Badehose bis zur Skihose alles dabei', erzählt Scheßl. Schließlich war in Namibia zu dieser Zeit Winter. Sprich: Mithilfe der Sonne fast 30 Grad am Tag, nachts aber sogar Minustemperaturen. Den ersten Tag in der afrikanischen Wüste nutzten die Allgäuer zur Orientierung auf der rund 130 Quadratkilometer großen Farm.

Lehmann: 'Das ist mit einem hiesigen Bauernhof nicht vergleichbar. Da kann man schon mal einen Tag nur durch die Gegend fahren.' Das taten die Männer dann auch, Begegnungen mit Wildtieren wie Zebras und Antilopen inklusive.

Die Farm ist auf Astronomen spezialisiert, bietet mehrere Sternwarten, eine Aufwärmhütte, eine Bibliothek und eine Küche. Dazu kommen die idealen natürlichen Bedingungen in Namibia. Zum Beispiel fast 200 klare Nächte im Jahr, keine Lichtverschmutzung, kaum Wind und eine Luftfeuchtigkeit von maximal 35 Prozent. 'Davon können wir in Buchloe leider nur träumen', meint Lehmann.

'Ein ergreifender Anblick'

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es für die Sternenfreunde Abend für Abend ernst, in der Regel von 19 Uhr bis kurz nach Mitternacht. 'Einmal haben wir vorgeschlafen und haben von zwölf Uhr bis zum Sonnenaufgang gegen halb sechs beobachtet', erzählt Lehmann. Akribisch hatte er mit Hasubick und Scheßl bereits im Vorfeld Beobachtungspläne erstellt. Ein Aufwand, der sich auszahlte. Werner Hasubick beispielsweise kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Er erzählt von der Milchstraße, die selbst mit dem bloßen Auge unwahrscheinlich gut zu erkennen gewesen sei, von Sternennebeln von unvorstellbarem Ausmaß und von einem 'gigantischen Sternenhimmel'. 'Das ist ein ergreifender Anblick, bei dem man sich an den Ursprung der Welt zurückversetzt fühlt', sagt der Buchloer.

Weil Hasubick aber nicht nur Hobbyastronom, sondern auch leidenschaftlicher Fotograf ist, hat er viele seiner Erinnerungen mit seinen Kameras, digital und auf Farbfilm, festgehalten. Beeindruckende Bilder, die mit Belichtungszeiten zwischen zwei und zehn Minuten entstanden sind.

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