Verkehr
Zugiges Warten

Reisen bildet, heißt es bekanntlich. Doch was einem BZ-Leser kürzlich widerfuhr, bildete eher seine körperliche Widerstandskraft. Er war bei winterlichem Treiben von Nürnberg nach Kaufbeuren mit der Deutschen Bahn (DB) unterwegs. Trotz Schnees und Kälte kam der Leser halbwegs pünktlich um 22.20 Uhr in Buchloe an. Doch dann ging nichts mehr.

Von Buchloe sollte es um 22.33 Uhr weitergehen. «Doch dann kam eine Durchsage, dass sich der Alex, der als nächster Zug kommen sollte, um 15 Minuten verspätet», erzählt der Mann. Nicht nur für ihn eine ungemütliche Situation: Bei rund acht Grad Minus warteten etwa 50 Personen - darunter eine Schulklasse sowie Familien mit Kindern.

Aber einen beheizten Warteraum habe es nicht gegeben, der Bahnhof sei abgesperrt gewesen. «Die angekündigten Verspätungen wurden jeweils im Zehn-Minuten-Takt erhöht, bis es schließlich gegen 23.30 Uhr hieß, der Zug habe 70 Minuten Verspätung», erklärt der Leser weiter.

Schließlich kam ein Zug der Bahn, doch den Reisenden wurde weiterhin empfohlen, den Alex zu nehmen. Der habe nämlich bereits Einfahrt und würde auch als Erster wieder ausfahren.

Als dieser Zug unterwegs nach Kaufbeuren war, kam es noch dicker: Der Alex blieb wegen eines technischen Defekts in Kaufbeuren liegen, die Gäste, die in Richtung Kempten unterwegs waren, mussten nun doch in den nachfolgenden Zug der Bahn umsteigen. «Ich war froh, dass für mich die Reise in Kaufbeuren zu Ende war», erklärt der Leser. Dennoch fragt er: Warum gibt es am Eisenbahnknotenpunkt Buchloe keinen beheizten Warteraum? In Kaufbeuren sei dieser schließlich sogar um 24 Uhr noch geöffnet gewesen. Außerdem wünscht sich der Mann präzisere Angaben bei den Verspätungen. «Schließlich warteten in Kaufbeuren Leute, die ihre Angehörigen abholen wollten», meint er weiter.

Die Deutsche Bahn ließ über einen ihrer Sprecher auf Nachfrage der BZ mitteilen, dass man die Verspätungen im Zugverkehr Richtung Allgäu bedauere. Die Ursache seien witterungsbedingte Weichenstörungen gewesen, weshalb S-Bahnen ausfielen und die Regionalzüge, deren Haltestellen ebenfalls anfuhren. «In dieser Situation war es leider nicht möglich, eine genauere Prognose über die Verspätungen zu erteilen», so die Bahn weiter.

Die räumliche Situation in Buchloe ist der DB bekannt: «Das ist seit Langem ein Thema zwischen der Stadt und der Bahn. Unser grundsätzliches Ziel ist es, den Bahnhof aufzuwerten», erläutert der Bahnsprecher.

Zumindest wegen der Verspätung sei aber ein Ausgleich möglich: «Reisende, die Verspätungen erleiden, können Ansprüche geltend machen - bis hin zur Erstattung des Fahrpreises.» (fro)

Welche Ansprüche Betroffene geltend machen können, ist im Internet zu erfahren unterwww.bahn.de/fahrgastrechte

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