Christmette
Zahlreiche Katholiken begehen mit Stadtpfarrer Lappat Christmette

'Kinder an die Macht!' – Vielleicht ein etwas ausgefallener Predigtext für eine Christmette am Heiligen Abend. Und doch gelang es Buchloes Stadtpfarrer Reinhold Lappat ausgezeichnet, die Botschaft von Weihnachten anhand Herbert Grönemeyers Lied aufzuzeigen. Die Christmesse in Mariä Himmelfahrt war – wie schon die nachmittägliche Krippenfeier in der Stadtpfarrkirche – überaus gut besucht. Allem Anschein nach haben die Menschen besonders an Weihnachten das Bedürfnis, enger zusammen zu rücken, zur Ruhe zu kommen und die frohe Botschaft aufzunehmen und auf sich wirken zu lassen.

Natürlich ist es Christi Geburt selbst, von der diese Wirkung ausgeht. Der besondere feierliche Rahmen, in dem die Christen auf aller Welt seinen Geburtstag feiern, unterstreicht die Bedeutung dieses Ereignisses und damit auch die Wirkung auf die Menschen.

Der Altarschmuck in Mariä Himmelfahrt mit den beiden stattlichen Christbäumen und die festliche Weihnachtsmusik mit Thorsten Schmehr an der Orgel, dem Kirchenchor Mariä Himmelfahrt und Monika Götzfried als Solistin an Flöte und Trompete waren sicht- und hörbare Garanten der feierlichen Stimmung.

Ein Schüler, so Lappat, habe ihn kürzlich auf Grönemeyers Lied 'Kinder an die Macht!' aufmerksam gemacht. Gewiss kein Weihnachtslied im Stil von 'Süßer die Glocken nie klingen' oder 'Jingle Bells', führte er in seiner Predigt aus. Eher ein unbeliebter Kehrvers zum Fest der Liebe. Und doch zeige dieses Lied einen Weg zur Rettung der Menschheit auf. 'Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht, was sie tun', singt Grönemeyer.

Heutzutage, so Lappat, müsse alles berechenbar sein. Wer und was nichts zähle, rechne sich nicht. Wie damals vor über zweitausend Jahren, als Maria und Josef an allen Herbergen abgewiesen wurden, weil sich ihre Unterbringung nicht rechnete.

Die Zimmer habe man zur Zeit der Volkszählung besser vermieten können. So sei Jesu draußen, vor den Toren der Stadt, geboren worden. Dort fanden ihn die Hirten, einfache Männer und nicht die Großen und Mächtigen ihrer Zeit – auch dies eine wichtige Botschaft. Beim Anblick des Kindes in der Krippe, so Lappat, zähle keine Berechnung mehr, sondern nur noch 'dankbares Staunen wie ein Kind'.

'Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird verloren gehen', habe Jesu einmal gesagt, fuhr Lappat fort.

Allerdings, wie ein Kind sein, kindisch sein, das sei heute nicht mehr mehrheitsfähig. In Kinderhände aber, in die Hände Jesu, sei die Erlösung für uns Menschen gelegt.

Das, so Lappat, sei der Weg zu unserer Rettung. Herbert Grönemeyer singt: 'Die Welt gehört in Kinderhände'. 'Ich wünsche uns allen, dass wir daraus lernen', schloss Dekan Lappat seine Predigt.

Herzlichen Beifall erbat er zu guter Letzt für die vielen fleißigen Helfer, die sich in die Vorbereitung und Durchführung der Weihnachtsgottesdienste eingebracht hatten. Mit dem traditionelle Umtrunk nach der Christmesse endeten die Heiligabend-Feiern der katholischen Pfarrgemeinde in Buchloe.

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