Zwischenbilanz
«Wir profitieren davon»

Deutschkurse für Migrantenkinder, Kinderdemokratie und die umfassende Einbeziehung der Eltern als Erziehungspartner. Das alles sind Schwerpunkte im Integrativen Kindergarten Don Bosco und vermutlich Gründe, warum das Staatsministerium für Frühförderung (IFP) die Einrichtung im Mai 2009 zur Konsultationseinrichtung ernannte. Bei dem bis Ende Dezember 2011 laufenden Projekt geht es darum, dass sich die Einrichtungen untereinander austauschen. Sie sollen gegenseitig vom eigenen Know-how profitieren, erklärt Kindergartenleiterin Susanne Mrazek. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Wie erklären Sie Ihren Kindergartenkindern, was eine Konsultationseinrichtung ist?

Mrazek: Im Morgenkreis planen wir den Tag mit den Kindern zusammen. Wir erklären: Heute kommt Besuch zu uns. Es sind so und so viele Erwachsene aus sowieso. Sie möchten zuschauen, wie ihr spielt und was ihr bei uns lernt. Die Kinder richten für die Hospitanten einen «Schau zu-Stuhl» her. Dieser ist mit einem Schild beklebt und die Kinder zeigen unseren Besuchern ihren Platz. Die «großen» Kinder erklären auch begeistert, wie was bei uns geht.

Welche Erfahrungen - positive oder negative - haben Sie in den vergangenen eineinhalb Jahren gemacht?

Mrazek: Unsere Erfahrungen mit den Konsultationen sind bisher grundsätzlich positiv. Die Kinder nehmen die Hospitanten eher als «aha, da kommt wieder jemand zum Schauen» wahr und empfinden diese nicht als Störfaktor. Wir als Team sind an dieser Aufgabe sehr gewachsen, besonders in Bezug auf Reflexion, Weiterentwicklung und Präsentation der eigenen Arbeit. Wir profitieren auch in unserer «Neubausituation» von den Erfahrungen der anderen Konsultationseinrichtungen und haben dieses Netzwerk mehrmals als Unterstützung zur Planung des Neubaues genutzt.

Woher kommen die Hospitanten und wie sind die Reaktionen?

Mrazek: Die Herkunft der Beratungssuchenden ist unterschiedlich. Wir hatten unter anderem eine Einrichtung aus dem Ort, mehrere aus dem oberbayerischen Raum, aus München und eine Klasse der Fachakademie aus Lindau. Alle Hospitanten haben bisher positive Rückmeldungen abgegeben. Gelobt wurden unter anderem die «sachlich sehr kompetent-freundliche Atmosphäre» und dass Theorie und Praxis bei uns «sehr ausbalanciert» sind.

Don Bosco ist ja derzeit provisorisch im Haus der Begegnung und im Antonia-Kindergarten untergebracht? Kam es dadurch zu Problemen?

Mrazek: Für Kinder, Eltern und Personal bedeutet die Auslagerung eine vielfältige Mehrbelastung, da die Aufrechterhaltung der Kontakte sehr viel mehr Organisationsgeschick und Zeit in Anspruch nimmt. Das vor dem Umzug bestehende sehr gute Arbeitsklima hat unter der Trennung im vergangenen Jahr erheblich gelitten und zu einem personellen Wechsel geführt. Dieses Jahr ist mehr Alltag in die trotz allem belastende Situation eingekehrt. Wir hoffen alle, dass wir bald wieder zusammen in einem Haus arbeiten können.

Wie geht es weiter, wenn das Projekt ausläuft? Würden Sie wieder mitmachen?

Mrazek: Im jüngsten Arbeitskreis des Instituts für Frühpädagogik Ende Oktober wurde von allen Beteiligten eine Fortführung des Projektes befürwortet. Beim nächsten Workshop ist die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer zu Gast und es soll die Idee einer Fortführung des Projekts unter anderen Rahmenbedingungen vorgestellt werden. Mit veränderter Basis bezüglich der finanziellen und zeitlichen Ressourcen würde unsere Einrichtung auf jeden Fall weiterhin dazu beitragen wollen, dass das entstandene Netzwerk zur Umsetzung des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes erhalten bleibt und weiter ausgebaut wird.

Das Projekt «Von einander lernen und profitieren» ist ein sehr effektives Fortbildungs- und Beratungsangebot für alle Kindertagesstätten, Fachschulen und Interessierte.

 

Susanne Mrazek

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