Behörden
Wenn Schilder Verwirrung stiften

Es ist ein kurioses Schauspiel, das kürzlich in der Freybergstraße im Fuchstal seinen Anfang nahm. Dort nämlich wurde der ortsansässige Klaus Wimmer bei einer Fahrt mit seinem Auto von Asch nach Leeder geblitzt und bekam prompt einen Bußgeldbescheid, weil er die zulässige Höchstgeschwindigkeit (50 km/h) zwischen den Ortsteilen um 19 Stundenkilometer überschritten hatte. <%IMG id='722890' title='Wenn Schilder Verwirrung stiften'%>Dies wollte der Fuchstaler nicht hinnehmen und legte Widerspruch ein. Seine Begründung: Die Ortsschilder bei der Verkehrsinsel auf der Höhe des Steinackers seien in der falschen Reihenfolge aufgestellt. Und nach mehreren Einsprüchen wurde das Verfahren gegen Wimmer tatsächlich eingestellt. Nun scheint Unklarheit zu herrschen, ob die Schilder richtig stehen oder nicht.

Der 3. Juni war es, als die Geschichte für Klaus Wimmer begann: 'Ich passierte auf der rechten Seite zuerst das Ortseingangsschild Leeder und rund 20 Meter später folgte auf der linken Seite das Ortsendeschild Asch, mit dem Hinweis, dass Leeder in einem Kilometer Entfernung beginnt.' Aufgrund der Beschilderung habe Wimmer angenommen, sich außerhalb der Ortschaft zu befinden, beschleunigte und fuhr in die Verkehrsmessung.

Dem Anhörungsbogen mit Zahlungsaufforderung, der ihm wenige Wochen später ins Haus flatterte, habe er widersprochen, da er sich keines Vergehens bewusst war. Jedoch sei der Einspruch mit dem Argument zurückgewiesen worden, das Ortsendeschild Asch habe keine Wirkung, da es auf der linken Straßenseite steht. 'Da musste ich lachen', sagt Wimmer, 'weil es bedeuten würde, dass viele Schilder nur eine Verschwendung von Steuergeldern wären.'

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Also habe er erneut seine Sicht der Dinge der sachbearbeitenden Behörde, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland, geschildert und sogar Fotos vom Ort des Geschehens mitgeliefert.

So sei der Briefverkehr noch einige Male hin und her gegangen, bis das Verfahren schließlich – und zumindest für Wimmer ohne konkrete Begründung – eingestellt wurde. Doch damit will er sich nicht zufriedengeben: 'Wenn ich recht habe, bedeutet das, dass viele Autofahrer zu Unrecht geblitzt wurden, und dass man auf Höhe der Schule 100 fahren darf, was ja nicht im Interesse der Kinder sein kann.' Deswegen wolle er in sachlichen Kontakt mit der Gemeinde treten, um durchzusetzen, dass die Schilder nun richtig aufgestellt werden und für jedermann Klarheit geschaffen wird. <%TBR from='inject' id=''%>

'Die Schilder konnten wegen des Lkw-Verkehrs an der Verkehrsinsel nicht anders aufgestellt werden', sagt dagegen Martin Storhas, zuständig für die Verkehrsüberwachung bei der Gemeinde Fuchstal. Jedoch sei dies von der Polizei Landsberg abgesegnet worden, die außerdem jede Messstelle kontrollieren und genehmigen müsse, bevor geblitzt werden darf. Nicht zuletzt könne man beide Schilder gleichzeitig erkennen und daraus schlussfolgern, dass Leeder da beginnt, wo Asch endet, man sich also ständig in einer Ortschaft befindet.

'Es gab keine formalen Fehler im Verfahren gegen Herrn Wimmer', sagt wiederum Sabrina Kirmayr, Innendienstleiterin beim Zweckverband Oberland.

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Aufgrund dessen detailliert dokumentierter Argumentation des Sachverhalts habe allerdings ein Mitarbeiter im Außendienst besagte Stelle in der Freybergstraße genauer in Augenschein genommen. Ohne selbst beurteilen zu können, ob Wimmer nun im Recht sei oder nicht, sei daraufhin entschieden worden, die Vorwürfe letztendlich fallen zu lassen, sagt Kirmayr.

Dass eine solche Verfahrensweise möglich ist, bestätigt Pressesprecher der Landsberger Polizei Franz Kreuzer: 'Ich glaube, dass Oberland das Verfahren aus Kulanz eingestellt hat.' Vom formalen Standpunkt her gesehen gebe es keinen Zweifel, dass die Schilder richtig stehen, weil beide zusammen erkennbar sind und im Zweifelsfall das Schild auf der rechten Seite gilt. Dennoch könne er sich vorstellen, dass die Gemeinde nun die Lage prüfen werde, um mehr Übersichtlichkeit zu schaffen.

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