Kirche
Wegen des Priestermangels werden Zuständigkeitsbereiche der katholischen Geistlichen auch in Buchloe und Umgebung wachsen

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Große Herausforderungen und Veränderungen kommen in den nächsten Jahren auf die katholische Kirche und damit auch auf das Bistum Augsburg zu. Denn sowohl die Zahl der pastoralen Laienmitarbeiter als auch die der Priester geht merklich zurück. Für die 1000 Pfarreien der Diözese werden in absehbarer Zeit nur noch rund 200 Geistliche zur Verfügung stehen, was dazu führt, dass künftig immer größere Pfarreiengemeinschaften gebildet werden müssen. «Pastorale Raumplanung 2025» heißt das entsprechende Konzept zur Umstrukturierung.

Acht statt 47 Einheiten

Für das Dekanat Kaufbeuren etwa bedeutet das: Aus den 47 Pfarreien werden gemäß Raumplanung acht große Pfarreiengemeinschaften gebildet. Die größte Gemeinschaft im Dekanat mit acht bisher selbstständigen Pfarreien wird dann Obergermaringen mit den Ortsteilen Untergermaringen und Ketterschwang sowie die Pfarreien Oberostendorf, Westendorf, Dösingen, Gutenberg und Lengenfeld umfassen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Diözese die Pfarreien Pforzen, Rieden, Zellerberg, Ingenried und Irsee zu einer neuen Pfarreiengemeinschaft vereint. Auslöser war damals, dass der Irseer Pfarrer Johann Wagner in den Ruhestand ging.

Die Reform sei jedoch ein Prozess, der nicht von einem auf den anderen Tag verwirklicht werde, sondern erst bei einer personellen Veränderung, erklärt Dr. Armin Ruf, Referent für Gemeindeentwicklung der Diözesanregion Kaufbeuren-Ostallgäu. Das bedeutet: Tritt ein Pfarrer in den Ruhestand oder wird ein Klosterpriester von seinem Orden abgezogen, wird die Stelle nicht neu besetzt. Dann werden die Gemeinden zusammengelegt.

Der Entwurf zur überarbeiteten Raumplanung liegt derzeit den Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten zur Beratung vor. Bis Ende Juni sollen sie dazu Stellung beziehen und dabei zum Beispiel bereits vorhandene Strukturen, kommunale Zugehörigkeit und infrastrukturelle Verbindungen berücksichtigen.

Bis Oktober will das Bistum dann einen verbindlichen Personalschlüssel vorlegen, ehe danach die Namen für die Pfarreiengemeinschaften bestimmt und die Umstrukturierung nach und nach umgesetzt werden.

Auf weitreichende Folgen müsse man sich in jedem Fall gefasst machen, so Ruf. Denn die wenigen Priester seien nicht nur Seelsorger, sondern auch Leiter der Pfarreiengemeinschaften. Die Zeit für die Seelsorge werde zwangsläufig knapper. «Wir müssen uns verabschieden vom Bild des Dorfpfarrers», so der Gemeindeentwicklungsreferent.

«Schmerzliche Einschnitte»

Die Zusammenlegung der weiterhin rechtlich eigenständigen Pfarreien bringe es zudem mit sich, dass nicht mehr jeden Sonn- oder Feiertag in jeder Gemeinde die Eucharistie gefeiert werden kann. «Da wird es schmerzliche Einschnitte geben», kündigt Ruf an. Die Gläubigen müssen dann zur Messe in Nachbarorte fahren.

Rufs Aufgabe ist es, Pfarrern wie Laien Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wie der Glaube trotz des Priestermangels nicht verkümmert. Dabei gehe es auch um neue Formen des gemeinsamen Betens in der Gemeinde - jedoch nicht als Ersatz für die Eucharistiefeier. Es ist laut Ruf notwendig, dass der Pfarrer Verantwortung abgibt, ohne dass der Laie ein «kleiner Priester» wird. Der müsse Gestaltungsfreiheit bekommen und dürfe nicht ausführendes Organ sein. Eines stehe jedenfalls fest: «Ein Zurück in die bisherige Kleinstruktur gibt es nicht mehr.»

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