Weihnachtskonzert
Virtuos und melodiös

Blasmusik-Konzertprogramme werden manchmal nicht ganz zu Unrecht dafür kritisiert, dass man überall die gleichen Stücke hören kann, die gerade aktuell sind. Dominik Ertl aus Schwabniederhofen, der seit einem Jahr bei der Musikkapelle Waalhaupten musikalisch das Sagen hat, sorgte im jüngsten Weihnachtskonzert für willkommene Abwechslung. Geboten wurden einige Stücke, die zu Unrecht in den Tiefen so mancher Verlagskataloge schlummerten. Trotzdem gab es auch für musikalisch weniger neugierige Besucher genügend Melodien zum wieder erkennen.

Vor diesem Hintergrund war der Titel des Eröffnungsstücks quasi Programm: «Wir werden Lichter des Muts erheben» hieß die zündende Komposition des 1951 geborenen Amerikaners Gary Fagan. Das Stück bezog sich allerdings ursprünglich auf das Zitat eines französischen Widerstandskämpfers, der in den frühen 1940er Jahren gegen die Besatzung durch die deutschen Wehrmachtstruppen kämpfte.

Im melodienreichen «Rosen aus dem Süden», einem der bekanntesten Konzertwalzer von Johann Strauß, kam das Orchester nach verhaltenem Beginn schnell in Fahrt. Eine nochmalige Temposteigerung schaffte man in Gerd Bogners Arrangement «Xylo-Classics», in der Andreas Dörfler, Schlagzeuger und Zweiter Vereinsvorsitzender, überaus gekonnt vier sehr berühmte klassische Melodien auf dem Xylofon interpretierte: die «Carmen»-Einleitung, Mozarts «Türkischen Marsch», den «Csardas» von Vittorio Monti und den Schlussteil aus der «Wilhelm Tell»-Ouvertüre.

Archaisch-schottisch ging es in «Call of the Clans» von Kevin Houben zu. Der Belgier Kevin Houben hat dieses Tongemälde sehr farbig instrumentiert, so dass eigentlich nur noch ein Dudelsack gefehlt hätte. Mit einem der schönsten Sousa-Märsche ging es in die Pause. Schade nur, dass die Aufführung von «Hands Across the Sea» durch einige Ungenauigkeiten im Zusammenspiel getrübt wurde.

Mit der treibenden Rocknummer «Start up» von Steve McMillan (1953-2008) eröffnete das Orchester bestens erholt den zweiten Teil. Die Herausforderungen des stellenweise sehr offen instrumentierten Potpourris aus «Harry Potter und der Feuerkelch» wurden bestens gemeistert.

Etwas weniger gestresst war das Orchester beim eher ruhigen Klanggemälde «Yellow Mountains» von Jacob de Haan, einer imposanten Naturschilderung aus den Schweizer Alpen. Im stellenweise jazzigen und nicht immer sofort ins Ohr gehenden Flötensolo «Orion» von Ernst Aigner war dann noch einmal alle Konzentration gefragt - nicht nur von der souverän aufspielenden Solistin Evelyn Stadler.

Wolfgang Wössners erfolgreiches «Tanz der Vampire»-Potpourri beschloss ein - entgegen der Waalhauptener Traditionen - polkaloses Konzert. Diese holte man jedoch gleich als erste Zugabe nach: «Am Kirchberg» von Max Sedlmair erklang - nachdem man so manchen «dicken Brocken» abgearbeitet hatte - äußerst gelöst und unbeschwert. Mit Pavel Staneks «Amen» wurde das Publikum verabschiedet.

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