Lang Papier
Verhandlungen gescheitert

Paukenschlag für Mitarbeiter und Betriebsrat von Lang Papier Ettringen: Gestern erklärte die Leitung die Gespräche zwischen Betriebsrat und Arbeitgeberseite für gescheitert. An die Stelle von Verhandlungen zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmer soll ein Einigungsstellenverfahren treten, mit dem eine Lösung für die geplanten Stellenstreichungen gefunden werden soll. Lang Papier kündigte Anfang Oktober an, am 550 Mitarbeiter fassenden Standort Ettringen 85 Stellen zu streichen.

Dass die Verhandlungen gescheitert sein sollen, mag Betriebsratsvorsitzender Bernd Ulbrich kaum glauben: «Wir fühlen uns überrollt. Anscheinend ist der Konzernführung das Schicksal der Belegschaft gerade mal zwölf Stunden wert.» Zwölf Stunden - so lange dauerten laut Betriebsrat die Gesprächsrunden am 22. November, 6. Dezember und dem gestrigen 14. Dezember zusammengerechnet. Von Verhandlungen will Ulbrich eigentlich nicht sprechen: «Uns ging es immer darum, Grundlagen zu schaffen und uns über die Pläne der Geschäftsleitung zu informieren.» Über dieses Stadium sei man nicht hinaus gekommen. «Mit der jetzigen Entscheidung wurden uns alle Möglichkeiten des Betriebsverfassungsgesetzes genommen.»

Die Vertretung der Angestellten wollte sich von der Geschäftsführung zeigen lassen, in welchen Bereichen diese ein Potenzial sehe, um Stellen zu streichen. Schließlich ist die Belastung hoch: Im Jahr häufen die Angestellten des Unternehmens durchschnittlich 10000 Überstunden an. So habe es heuer von der Konzernführung kurzzeitig Überlegungen gegeben, den Weihnachtsurlaub zu streichen und durchzuarbeiten - ein Vorstoß, der zurückgezogen wurde.

«Überhebliches Verhalten»

Auch für Thorsten Falke von der Industriegewerkschaft IG BCE ist das Vorgehen der Konzernführung nicht nachvollziehbar. «Das ist ein überhebliches Verhalten. Es wundert mich, dass etwas scheitern kann, was noch gar nicht begonnen hat.

» Von einer umfassenden Information könne laut Falke keine Rede sein: Die von der Konzernführung an den Betriebsrat herangetragenen Informationen seien «dilettantisch» und offenbarten die Konzeptlosigkeit von Lang. «Bei allen Gesprächen, die es zwischen Betriebsrat und Konzernführung gegeben hat, sind erhebliche Zweifel an dem aufgetreten, was Lang gesagt hat», heißt es weiter.

So habe es keine Erklärung gegeben, wie die Arbeitskraft von 85 Stellen, die gestrichen werden sollen, aufgefangen werden könne. Dass Lang Papier nun den Gang zur Einigungsstelle wagt, hat für Falke ein Konzept: «Damit soll es nicht mehr um die Frage gehen, ob es Stellenstreichungen gibt, sondern nur noch um das Wie.»

Werksleiter Thomas Krauthauf sagt zu den gescheiterten Verhandlungen: «Die Positionen sind zu weit auseinander. Wir sehen keine Chance, auf diese Weise in vertretbarer Zeit eine Einigung zu erzielen.»

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