Gemeinderat
Türkheim stellt Weichen für Erweiterung des Gewerbegebietes Unterfeld an der A 96

Die Gemeinde Türkheim setzt auf Wachstum und will das Gewerbegebiet 'Unterfeld' im Ortsteil Irsingen direkt an der der A 96 erweitern. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes mit großer Mehrheit verabschiedet.

Noch einmal wurden die Gründe erläutert, die aus Sicht der Ratsmehrheit dafür sprechen, das Gewerbegebiet um 16,5 Hektar zu vergrößern. Bereits im Frühjahr hatten die Türkheimer sich entschlossen, die zurzeit noch als landwirtschaftliche Nutzflächen und Flächen für Wald ausgezeichneten Gebiete in Gewerbeflächen umzuwandeln.

Nun ging es um die Stellungnahmen der 'Träger öffentlicher Belange', also Behörden und Naturschutzorganisationen. Und da hatte schon im Vorfeld das Landratsamt in Person von Kreisbaumeister Alfons Blachowiak deutlich sein Veto angemeldet: Blachowiak hält die Türkheimer Pläne für falsch und drohte gegenüber unserer Zeitung unverhohlen mit einer Ablehnung.

Hintergrund: Das Türkheimer Gewerbegebiet könnte zu einer Konkurrenz für ein geplantes 'interkommunales Gewerbegebiet' werden, das im Sommer von den Rathauschefs der Nachbargemeinden Bad Wörishofen, Rammingen, Amberg, Ettringen und Eppishausen auf den Weg gebracht worden war.

Aus Projekt ausgestiegen

Türkheim war vor gut einem Jahr aus dem Projekt ausgestiegen. Das interkommunale Gewerbegebiet habe mit rund 40 Hektar eine sehr große Fläche und gehe 'relativ weit über den momentanen Bedarf hinaus', argumentierte Blachowiak. Und dazu komme ja noch Tricor in unmittelbarer Nähe. Für die Türkheimer Gemeinderäte war dies jedoch kein Grund, die eigenen Pläne zu stoppen.

Demonstrativ stellten sie die Weichen für eine Erweiterung des Gewerbegebietes und gehen damit auf Konfrontationskurs gegen Landkreisverwaltung und Nachbargemeinden.

Es gelte, die Türkheimer Interessen zu vertreten, betonte Bürgermeister Sebastian Seemüller (CSU). Schließlich stünden Interessenten Schlange, die nach weiteren verkehrsgünstigen Gewerbeflächen im Rathaus anfragen und immer wieder abgewiesen werden müssen. Und in der Vergangenheit hätte die Gemeinde tatenlos zusehen müssen, wie Unternehmen deshalb in die Nachbarschaft abgezogen seien. Franz Haugg (FW) fasste die Mehrheitsmeinung zusammen: 'Durch unsere saugute Lage müssen wir ganz einfach handeln.'

Ob es jedoch wirklich zu einer Vergrößerung des Gewerbegebietes Unterfeld kommt, steht nach Expertenmeinung noch in den Sternen: Das Landratsamt muss als zuständige Genehmigungsbehörde erst noch grünes Licht geben. Baujurist Christian Baumann machte jetzt auf Anfrage deutlich, dass erst einmal die Argumente der Gemeinde Türkheim genau unter die Lupe genommen werden.

Sollten sich jedoch 'Ermessensfehler' zeigen, dann kann das Landratsamt die Genehmigung verweigern, so Baumann. Angesichts der Vorabkritik von Kreisbaumeister Blachowiak ist dies durchaus möglich. Und auch Landrat Hans-Joachim Weirather (FW) gilt bei Insidern als Verfechter eines interkommunalen Gewerbegebietes.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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