Konzert
«Trio Suono» zum dritten Mal in Buchloe

«Es hätte so schön sein können » - mit diesen Worten leitete Pfarrer Christian Fait das inzwischen schon dritte Konzert des «Trio Suono» in Buchloe ein: Der Soundcheck am Nachmittag ging noch bei Sonnenschein über die Bühne. Doch eine halbe Stunde vor Beginn des Konzerts «Musik für die Seele» ging dann ein Gewitterregen runter, sodass aus «open air» «Indoor» wurde.

Offenbar hatten sich wohl auch einige potenzielle Zuhörer vom Wetter vom Konzertbesuch abschrecken lassen - oder hatten nach der << Langen Sommernacht >> plus dem Stadtfest am Wochenende zuvor einfach Lust auf Zuhause-Bleiben. Jedenfalls fand das Konzert in etwas verkürzter Form und in recht überschaubarem Rahmen statt.

Die Anwesenden kamen indes voll auf ihre Kosten: Peer Engström (Mundharmonika), Pasquale Leogrande (Drums/Percussion) und Norbert Langer (Gitarre) gaben trotz der Umstände einhundert Prozent und gingen eine gute Stunde lang gewohnt konzentriert und sensibel, bisweilen geradezu versunken in ihrem musikalischen Tun auf.

Gleiches galt für Rosi Langer (Gitarre), die zeitweise das Trio zum Kleeblatt erweitert und musikalisch bestens mit den drei Herren auf gleicher Wellenlänge korrespondiert.

In weiten Teilen spielten die Musiker ein Programm, das man in Buchloe schon gehört hatte, aber hier und da doch mit interessanten, neuen Nuancen und Farben. Der << Einzug >> Pasquale Leograndes vollzog sich wieder als << Mystic Walk >> mit afrikanischem Daumenklavier, über dessen perlenden, sphärisch-suggestiven Klang die Mundharmonika Engströms den rhapsodisch anmutenden Melodiebogen spannte. Lust auf Sonne, Weite, Reise und vieles mehr machte danach << Pick it >> - Musik wie ein Road Movie, entspannt und doch subtil vorwärtsdrängend, mit heißem Atem.

<< Contrasto >> schließlich will das << Auf und Ab des Lebens >> nachzeichnen: Diese groß angelegte Nummer hat dementsprechend alles zu bieten: von dichten, unter die Haut gehenden, minimalistisch variierten teils geradezu psychedelisch kreisenden Melodien bis zum << Donnergrollen >>, chromatisch absteigenden Linien, scharf und griffig konturiert.

Vor allem aber ist das Stück ein Fest für den Schlagzeuger: Leogrande hauchte den << Wind der Zeit >> ins Mikrofon, gab der Panflöte reichlich Hall und streichelte auch sonst zärtlich und konzentriert sein Handwerkszeug - ein Genuss, zuzuschauen und zuzuhören.

Reizvolle Naturklänge - den erwachenden, abendlichen Wald musikalisch abbildend - dominierten danach das Stück << Sommerabend >> und regten gefällig und eingängig die Fantasie an, bevor man Bass betont und dennoch sehr zart zum << Sonnyo >>-Traum hinüberschwenkte. Gewissermaßen aufwachen ließen die Musiker danach ihr Publikum mit einem fröhlich kreisenden, von der irischen Rahmentrommel bestimmten Tanz.

Noch einmal sehr vielschichtig und tief greifend ging es in << Life Kid Second Step >> zu: Dieses die Vorstellung der surrealistischen Menschenleere einer andersgearteten Welt aufgreifende Stück hat man in Buchloe vom << Trio Suono >> schon dunkler, unterschwellig bedrohlicher gehört - heuer gaben die Musiker den teils reichlich jenseitigen Klängen einen helleren, optimistischeren Touch.

Auf eine aberwitzige Klangreise mit raffiniert abwechslungsreichem Material nahm man die Zuhörerschaft schließlich in << Mind Walk >> mit, bevor man sich mit << Autumn Leaves >> verabschiedete.

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