Kliniken
Stimmen aus Buchloe und Füssen zur Schließung der Marktoberdorfer Klinik

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«Zu tiefst enttäuscht und niedergeschlagen», fühlt sich Angelika Schorer (CSU), stellvertretende Landrätin und stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren nach dem Beschluss, das Marktoberdorfer Krankenhaus zu schließen. Dass auch Verwaltungsräte aus dem Landkreis dafür votiert haben, << darüber bin ich vor allem menschlich äußerst enttäuscht >>, so Schorer. Eigentlich sei sie fest der Überzeugung gewesen, dass ein Kompromiss für den Erhalt aller fünf Häuser gefunden werde. << Nun muss weitergedacht werden >>, sagt Schorer. Schon bald werde es eine Diskussion innerhalb der CSU-Fraktion geben: << Wir müssen herausfinden, welche medizinischen Angebote in Marktoberdorf außerhalb eines Krankenhauses angeboten werden könnten. >>

<< Das ist ein herber Schlag für die Kreisstadt, ihr Umland und die Klinik-Beschäftigten >>, betont SPD-Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert. Sein Ziel sei der Erhalt aller fünf Häuser gewesen, andererseits müsse man das Votum des Verwaltungsrats akzeptieren.

<< Jetzt ist Transparenz gefragt >>, fordert Wengert die rasche Klärung zahlreicher Fragen - angefangen von der Verlagerung der Fachabteilungen bis zur Zukunft des Personals. Wobei Letzteres << besondere Priorität >> habe. Zudem bringt Wengert die gesetzlich garantierten Ausgleichszahlungen des Freistaates für die Klinikschließung ins Spiel: Diese müssten baldmöglichst beantragt werden.

Auch für den Buchloer Bürgermeister Josef Schweinberger wäre der Erhalt aller Häuser die optimale Lösung gewesen. << Man bringt für so vieles Geld auf, warum nicht auch für die Gesundheit der Menschen? >>, fragt er. << Für jeden von uns muss die Genesung der Patienten im Vordergrund stehen. >>

Seiner Ansicht nach wäre eine Fünfhäusigkeit << bei höchster Disziplin und mit massiven Veränderungen >> möglich gewesen. Auch nach einer Schließung müsse noch Einiges getan werden: << Die schwarze Null ist noch lange nicht erreicht. >> Zunächst müsse die Arbeit in allen übrigen Krankenhäusern optimiert werden. << Das ist noch ein langer Weg >>, so Schweinberger.

Verwaltungsrat Dr. Christian Alex aus Waal bedauert die Entscheidung sehr und hätte ebenfalls eine Fünfhäusigkeit befürwortet. << Jetzt muss man sich zum einen Sorgen um die Arbeitsplätze machen >>, sagt der Verwaltungs- und Kreisrat, << zum anderen darf man aber auch den demografischen Wandel nicht außer Acht lassen. >>

Die Bürger werden laut Alex immer älter und wollten oder sollten ortsnah versorgt werden. Nun müsse schnell dafür gesorgt werden, dass auch nach der Schließung ein ausreichendes, medizinisches Angebot vorhanden ist. Für Buchloe sieht er auch Positives: << Ein Darm-Zentrum in Buchloe und eine enge Kooperation mit Kaufbeuren wären Chancen für das Krankenhaus St. Josef. >>

Dass vor allem die kleinen Krankenhäuser, wie das Buchloer, unter der Entscheidung leiden könnten, befürchtet Alois Schmalholz, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Buchloer Klinik. << Ich bin noch skeptisch, was diese Lösung betrifft. Man muss aber erst abwarten, wie sich die Umstrukturierung tatsächlich auswirkt. >> Schmalholz ist der Meinung, zunächst müsse << Ruhe im Trubel um die Klinikdebatte einkehren >>, bevor weiter über Veränderungen entschieden wird.

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