Gemeinderat
Splitt garantiert keine Sicherheit

Von selbst erledigt hat sich momentan das Problem, mit dem sich die Fuchstaler Räte in ihrer jüngsten Sitzung herumzuschlagen hatten. Doch der nächste Winter kommt bestimmt. Thema der Debatte waren die Verhältnisse in den schneebedeckten Nebenstraßen der Gemeinde. Denn in diesen wird bislang weder gesalzen noch gesplittet und es hatten sich dort in der letzten Zeit zum Teil «geschlossene Eisbahnen» gebildet. Auf die erhebliche Unfallgefahr hatte Hans-Georg Füger bereits vor über zwei Wochen verwiesen. Nach längerer Aussprache beschlossen die Räte mit großer Mehrheit jedoch, es bei dem bisherigen Zustand zu belassen.

Eine Alternative, nämlich das Ausbringen von Splitt, hatte Bürgermeister Erwin Karg in seinem Sachvortrag beschrieben. Um das Streugut zu lagern, benötige man einen Lagerplatz oder einen Anbau an den Bauhof, der etwa 30000 Euro koste. Zudem müsse man einen Streuer für etwa 8000 Euro und Gerätschaft zum Befüllen für etwa 20000 Euro erwerben. Daneben entstünden laufende Kosten für die benötigten 32 Kubikmeter Splitt, das Ausbringen im Winter, das Abkehren im Frühjahr sowie das Waschen oder Entsorgen.

Reaktionen abwarten

Möglich sei auch, bei Bedarf die vereisten Nebenstraßen zu salzen. Dies hätte zur Folge, dass die Oberfläche «stumpf und sulzig» werde, hieß es aus der Verwaltung. Nachdem der Gemeinderat erst vor Kurzem mit knapper Mehrheit beschlossen hatte, ein zweites Salzsilo zu beschaffen, seien nun ausreichende Mengen vorhanden.

«Wir können durch das Splitten keine hundertprozentige Sicherheit erzielen», warnte Karg. Zudem werde man damit neue «Begehrlichkeiten der Bürger» wecken. Sein Stellvertreter Norbert Kees gab zu bedenken, dass ein einmaliges Splitten nicht ausreiche, denn beim Auftauen des Eises sinke das Streugut ein und es müsste nach dem Gefrieren erneuert aufgetragen werden. Trotzdem schlug er vor, zumindest einen Probelauf zu starten, einen Fremdunternehmer mit dem Splitten der Nebenstraßen zu beauftragen und dann die Reaktionen abzuwarten.

Das Übel an der Wurzel packen

Rupert Turrina riet hingegen, das «Übel doch an der Wurzel zu packen». Denn das späte Räumen der Nebenstraßen durch den Winterdienst, nachdem die Autos die Schneedecke festgefahren haben, begünstige die Eisbildung. Er empfahl deshalb, zusätzlich zum gemeindlichen Winterdienst, der zunächst die Hauptstraßen zu räumen hat, einen Unternehmer zu beauftragen. Johann Rauh erinnerte an die Aufgabe der Bürger, die für die Fußgänger notwendigen Seitenstreifen zu sichern. Es gebe Anlieger, die was machen und andere machen nichts, stellte Karg zu diesem Thema fest und «outete» sich dabei selbst als ein «schlechter Splitter» vor der eigenen Haustür.

Er könne sich nicht erinnern, dass eine Gemeinde das Thema «Splitten» schon einmal auf der Tagesordnung gehabt habe, stellte Karg nach längerer Debatte fest. Es rührte sich dann auch kein Widerstand, als er die Angelegenheit kurzerhand zur Abstimmung stellte. Nur drei der 16 anwesenden Räte sprachen sich dabei dafür aus, einen Versuch zu starten, durch das Splitten die winterlichen Verhältnisse in den Nebenstraßen zu verbessern.

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