Weltgebetstag
Spielszenen, Musik, Erzählungen, Tanz und Bilder

Chile lag mitten im Waaler Pfarrsaal. Mit bunten Tüchern und Kerzen hatte der Vorbereitungskreis unter Leitung von Hildegard Geigenberger das südamerikanische Land nachgebildet, um das sich der diesjährige Weltgebetstag dreht. In Waal konnten die Frauen Chile mit allen Sinnen erleben - über Fotos, Spielszenen, temperamentvoller Musik, Tänzen, Erzählungen und landestypischen Speisen. Die Deutsch-Chilenin Erika Kuhn brachte den Waalern ihre Heimat näher. Zu passenden Fotos berichtete sie von der trockensten Wüste und den größten Kupferminen der Welt, von Lamas, Pinguinen und Seelöwen, aber auch von Wolkenkratzern, schmelzenden Gletschern, Armut, Solidarität und Gewalt gegen Frauen. Mit vier Schildern - Unterdrückung, Egoismus, Ungerechtigkeit und Gleichgültigkeit - wurde die leidvolle Geschichte Chiles von der blutigen Niederschlagung der Arbeiterbewegung bis zum Terrorregime Pinochets symbolisiert - und dem Fürsprachen und Kerzen der Hoffnung entgegen gestellt. Dazwischen sangen die Frauen auf Deutsch und Spanisch zu Gitarrenklängen von Lucia Kellner und wagten am Ende sogar einen Tanz.

Überhaupt hatte sich der Vorbereitungskreis sehr viel Mühe gegeben, den Weltgebetstag spannend und ansprechend zu gestalten. So beließen es die Frauen verschiedener Konfessionen nicht bei den vorgegebenen Texten, sondern wandelten, angeleitet von Maria Protschka, vieles davon in Spielszenen um. Etwa die Geschichte der armen Witwe aus Sarepta, die ihr letztes Brot mit einem Fremden teilt. Oder die Speisung der 5000 mit fünf Broten und zwei Fischen.

Immer wieder tauchte die zentrale Frage auf: Wie viel Brote habt ihr? Und: Seid ihr bereit zu teilen? Dabei wurde klar, dass mit Brot nicht nur das Nahrungsmittel, sondern auch Fähigkeiten und Talente gemeint sind, die zum Nutzen anderer eingebracht werden.

Zum Abschluss des Weltgebetstags, den man wegen des Faschings um eine Woche vorverlegt hatte, tauschten sich die Frauen und Pfarrer Christoph Rieder bei landestypischen Spezialitäten aus, die unter Regie von Conny Mayr gekocht worden waren. (dh)

 

Mit kleinen Spielszenen - hier die Geschichte von der armen Witwe aus Sarepta - brachten die Frauen in Waal das Thema des Weltgebetstags näher. Foto: Hollrotter

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