Energie
Solarstrom kommt - Überraschende Wende im Fuchstaler Gemeinderat

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Mit jeweils klaren Mehrheiten gab der Fuchstaler Gemeinderat grünes Licht für zwei Freiflächenfotovoltaik-Anlagen. Ein Solarfeld kommt in den verfüllten Bereich der Ascher Kiesgrube. Überraschend billigten die Räte dann auch den Antrag der << Energie-Speicher-Fuchstal GmbH >>, das Gelände des ehemaligen Munitionsdepots bei Leeder für die Erzeugung von Sonnenstrom zu nutzen. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte der Gemeinderat den ähnlich lautenden Antrag der Betreiber noch abgelehnt. Gründe für den Meinungswandel wurden nicht vorgebracht.

Gemeinde als Betreiber

Das Feld in Asch soll von der Gemeinde selbst betrieben werden. Es ist im Vergleich zu anderen Anlagen recht klein dimensioniert, da bislang nur ein Teil der Kiesgrube verfüllt und rekultiviert wurde. Auf einer Fläche von mehr als einem halben Hektar könnten Module aufgestellt werden.

Zum Vergleich: Das im Jahr 2008 errichtete Solarfeld bei Vilgertshofen ist mehr als zehn Mal so groß. In Asch wird jedoch der Flächennutzungsplan auch für die noch nicht verfüllten Bereiche der Kiesgrube geändert, um die Anlage später noch erweitern zu können.

Der Gemeinderat habe ihn in nicht-öffentlicher Sitzung mit zehn zu fünf Stimmen beauftragt, Erkundigungen für den Bau einer Freiflächenanlage einzuholen, informierte Bürgermeister Erwin Karg über den Hintergrund. Dann hatten er und die Verwaltung allerdings gleich << Nägel mit Köpfen >> gemacht.

In der Sitzung lagen nicht nur die Planung vor, sondern auch neun ausformulierte Anträge, um die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans voranzubringen. Auch hatten bereits Gespräche mit dem Landratsamt stattgefunden.

Mit der Planung hatte die Gemeinde das << IBE Büro für erneuerbare Energien >> in Augsburg beauftragt, das bereits zahlreiche andere Anlagen in der Umgebung gebaut hat. Der Geschäftsführer Robert Pötschan stellte Einzelheiten der Projektabwicklung vor.

Den finanziellen Aspekt beleuchtete Kämmerer Gerhard Schmid. Die Anlage koste 840000 Euro, informierte er. Dem gegenüber steht eine erwartete Einspeisevergütung in Höhe von jährlich 85000 Euro. Für die Betriebskosten und die Rücklagen für Reparaturen rechne man etwa ein Prozent der Baukosten, also etwa 8000 Euro im Jahr, erklärte Pötschan.

Bürgermeister Karg hob neben dem finanziellen Vorteil für die Gemeinde hervor, dass man dieses Gelände zwischen Gewerbegebiet, Bahnlinie, Wertstoffhof und Holzwerk wohl kaum anderweitig hätte verwenden können.

Mit elf zu zwei Stimmen wurden dann alle vorgelegten Anträge gebilligt. Dank einer verkürzten Frist können die Räte bereits in 14 Tagen die Stellungnahmen der Behörden abwägen, im September soll dann die Billigung erfolgen. Nach Vorlage der Baugenehmigung könnte dann im Oktober mit der Ausführung begonnen werden, um eine Netzeinspeisung vor Jahresende und die höheren Vergütungen zu gewährleisten.

Er habe das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, da man ihm aus dem Gemeinderat einen Meinungswandel signalisiert hatte, schickte Karg der Behandlung des Antrags für das ehemalige Munitionsdepot voraus.

Wie Architekt Johann Müller-Hahl und Wolfgang Michalke von der Betreibergemeinschaft dann erläuterten, sollen auf drei insgesamt etwa zwei Hektar großen Teilflächen des insgesamt knapp 20 Hektar großen Geländes Module aufgestellt werden.

Diese Komponente wird als Genossenschaft mit Sitz in Fuchstal finanziert und betrieben, so Michalke, mit der Möglichkeit für private Anleger, sich auch mit kleineren Beträgen zu beteiligen. Voraussetzung für die Verwirklichung ist allerdings, dass die Regierung von Oberbayern den Status des Gebietes als << Konversionsfläche >> anerkennt.

Solarmodule auf den Bunkern

Des Weiteren werden auf 16 der 40 Bunker Solarmodule aufgestellt, die nicht höher als 2,50 Meter sind, so Müller-Hahl. Der Architekt äußerte sich dann auch zur weiteren Nutzung der Bunker, nachdem die ursprünglich geplante Trockenvergärung wegen der geänderten gesetzlichen Vorgaben nicht mehr möglich ist.

Mit einem << Holzvergaser >> soll aus Hackschnitzeln Strom erzeugt und die Restwärme zur Trocknung von Hackschnitzeln verwendet werden, erklärte er. Bürgermeister Erwin Karg bot den Betreibern an, das weitere Genehmigungsverfahren mit dem gleichen Zeitplan wie bei der Anlage in Asch abzuwickeln, sodass auch im Munitionsdepot noch in diesem Jahr der Anschluss an das Netz erfolgen könnte.

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