Tradition
Radfahrverein Adler Buchloe feiert heuer 100. Jubiläum

6Bilder

Der Festabend zum 100. Jubiläum des Radfahrvereins Adler am heutigen Samstag im Gasthaus Eichel ist eine Rückkehr zu den Wurzeln. An gleicher Stelle wurde der Verein auch aus der Taufe gehoben. Am 20. März 1912 fand dort die Gründerversammlung statt. Mit einer Unterbrechung zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs hat sich der Verein bis heute etabliert.

Zum ersten Vorsitzenden wählten die Mitglieder vor 100 Jahren Josef Schaller. Im Protokoll der Gründerversammlung wurden gemeinschaftliche Ausflüge, gesellige Unterhaltung und Vorteile im Deutschen Radfahrerbund als Vereinszweck festgelegt. Gerade gemeinsame Ausflüge spielen in der Geschichte der Adler eine bedeutende Rolle.

Bereits 1921 ist in alten Protokollen eine erste 250 Kilometer lange Ausfahrt zum Fernpass in Österreich erwähnt. Nicht nur für den amtierenden Ersten Vorsitzenden Werner Klaus ist das eine beachtliche Leistung: 'Wenn man bedenkt, welches Material damals zur Verfügung stand. Außerdem waren wohl die Straßen kaum geteert und schwer zu befahren.'

1985 fuhren einige Mitglieder zur Gründung der Städtepartnerschaft Buchloes mit Cesson die Strecke von 820 Kilometern nach Frankreich. Klaus gehört dem Verein seit 1989 an. Erster Vorsitzender ist er seit 2002. Zu seinen Höhepunkten zählt Klaus die Tour 1992 nach Barcelona, die er selbst mitgemacht hat. 19 Männer und Frauen traten in zehn Etappen die 1600 Kilometer nach Spanien an, um die heimischen Athleten bei den Olympischen Spielen in Spaniens Metropole zu unterstützen.

Buchloe hatte mit Ludger Beerbaum, der im Reitstall Gut Eschenlohmühle trainierte, Konrad Dobler und Anatoli Timtchenko drei Olympiateilnehmer im Rennen um Gold. 'Wir konnten unvergessliche Eindrücke, als Krönung den Goldmedaillenritt von Ludger Beerbaum, mit nach Hause nehmen', erzählt Klaus.

1996 legten 17 Buchloer Radler die Tour 'Bike across America' zugunsten behinderter und kranker Kinder zurück. Über 6200 Kilometer ging es quer durch das Land, von Los Angeles zu den Olympischen Spielen nach Atlanta. Die 14 Tagesetappen von je 360 bis 540 Kilometer wurden auf drei Gruppen aufgeteilt. Bis heute unternehmen die Mitglieder regelmäßig lange Touren. Die Toskana und Cesson sind dabei beliebte Ziele.

Auch die Jugendarbeit spielte bei den Adlern stets eine bedeutende Rolle. Gerade in den 1990er Jahren gingen einige Talente hervor. Kerstin Scheitle etwa wurde 1995 Vizeweltmeisterin der Juniorinnen auf der Straße, Thomas Höß 1999 bayerischer Meister der Junioren auf der Radrennbahn. 'Heute ist die Jugendarbeit mehr auf den Breitensport ausgelegt', sagt Klaus. Mountainebike-Touren haben den Leistungssportgedanken ersetzt.

Viele Zuschauer an der Straße

Viele Zuschauer zogen in Buchloe stets die alle paar Jahre veranstalteten Rundstreckenrennen durch die Stadt an die Straßen. 1956 fand das erste mit Start und Ziel in der Zeppelinstraße vor 1500 Besuchern statt. 1967 wurde es erstmals auch international ausgeschrieben.

Anfang der 1970er Jahre erfreute sich Volksradfahren im Verbund mit Wandern immer größerer Beliebtheit. Ab 1984 richteten sich die Vereinsaktivitäten dann stärker auf den Rennradsport aus. So beteiligten sich sieben Radler an der internationalen Radtouristikfahrt in Gabicce Mare in Italien und errangen unter den 37 teilnehmenden Mannschaften den siebten Platz.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2012 war die vom Radfahrverein mitorganisierte Allgäuer Radltour, die mit 3000 Teilnehmern in Buchloe startete und auch ihr Ziel fand. 'Ein voller Erfolg', meint Klaus, der sich vorstellen kann, Veranstaltungen dieser Art noch öfter in die Gennachstadt zu holen.

100 Jahre Radfahrverein Adler. Nicht verschwiegen werden dürfen dabei die Jahre 1938 bis 1950. Da sich der Verein nach Aufforderung der Gestapo weigerte, in den 'Reichsbund für Leibesübungen' überzutreten, musste der Verein unter Vorsitzendem Xaver Weber aufgelöst werden. Zwölf Jahre später erfolgte am 26. März 1950 die Wiedergründung mit 28 Mitgliedern. Vorsitzender war erneut Weber. Die Neugründung erfolgte, wie so mancher historische Moment der langen Geschichte, in der 'Eichel'.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen