Reform
Pfarrer und Laien im nördlichen Ostallgäu sehen Reformpläne des Bischofs skeptisch

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Was Bischof Konrad Zdarsa am Montag bei der Dekankonferenz offiziell vorgestellt hat, sorgt auch in den Kirchengemeinden in Buchloe und Umgebung für Aufregung. Die Katholiken müssen sich auf einschneidende Veränderungen einstellen. So sollen die bislang vier eigenständigen Pfarreiengemeinschaften Buchloe, Lamerdingen, Waal und Jengen zu den beiden Pfarreiengemeinschaften Buchloe-Lamerdingen und Waal-Jengen zusammengefasst werden. Zdarsa hält die Eucharistiefeier für alternativlos und fordert bis 2025 eine stärkere Zentralisierung der Sonntagsgottesdienste und der Laiengremien sowie die Fusion von Pfarreien.

'Das ist uns Dekanen so vorgelegt worden', sagt Buchloes Stadtpfarrer und Regionaldekan Reinhold Lappat, der die Reformen des Bistums skeptisch betrachtet. 'Wir hoffen, dass in manchen Dingen das letzte Wort noch nicht gesprochen ist', meint er und fügt hinzu: 'Ich bin kein Freund von Fusionen, Pfarreiengemeinschaften sind sinnvoller.'

Wichtig ist dem Dekan auch, dass die Kirchenstiftungen in den einzelnen Ortschaften nicht verloren gehen. Denn es gebe auch Pläne des Bischofs, die in Zukunft eine Fusion und eine Zusammenlegung der Laiengremien fordern. Das würde bedeuten: Statt der Pfarrgemeinderäte in den Dörfern gäbe es dann einen gemeinsamen Pastoralrat pro Seelsorgeeinheit und eine gemeinsame Kirchenverwaltung.

Kommt es zur Zusammenlegung der Pfarrgemeinden Waal und Jengen, wird 'es für beide Gemeinden nur noch einen Pfarrer und bestenfalls einen Ruhestandsgeistlichen geben', berichtet Diakon Hermann Neuner aus Waal.

Denn verlässt einer der beiden Priester eines Tages eine der Gemeinden, werde an seine Stelle vermutlich kein Nachfolger mehr treten. Ein Pfarrer wäre dann für Jengen, Waal und die zugehörigen Ortschaften zuständig. Sonntagsgottesdienste in jedem Ort wird es dann nicht mehr geben.

Auf die Geistlichen kommt es Zdarsa an. Denn priesterlose Wortgottesfeiern soll es nach dem Willen des Bischofs nur noch in Ausnahmefällen geben, nicht aber als Sonntagsfeier in den Dörfern.

Pläne, mit denen sich Lappat nicht identifizieren will. 'Durch den drohenden Priestermangel müssten den Laien mehr Kompetenzen gegeben werden und sie sollten mehr in die Verantwortung genommen werden', merkt er an. 'Oft gehören Wortgottesfeiern schon fest zum gemeindlichen Leben. Sie können nicht einfach verboten werden.' Ohne Wortgottesfeiern sei die Anzahl der Messen nicht aufrechtzuerhalten.

'Die Gläubigen müssten in dem Fall in andere Gemeinden fahren, um am Sonntag eine Messe besuchen zu können', befürchtet Hermann Neuner. 'Die katholische Kirche entfernt sich durch die Reformen zunehmend von den Menschen', so der Diakon weiter.

'Hört unser Pfarrer Andreas Pela auf, gibt es hier keinen Nachfolger mehr', befürchtet Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Niederreiner aus Lamerdingen. Pela ist 62 Jahre alt. Eine Gemeinde betreuen dürfen Geistliche nur bis zum 70. Lebensjahr.

Auch Niederreiner ist skeptisch, wie es danach weitergeht. 'Gerade für ältere Menschen wird es schwer, jeden Sonntag zu den Messen nach Buchloe zu fahren', sagt sie.

Dekan Lappat betont indes, dass im Fall der Zusammenlegung auch in Zukunft möglichst oft Messen in der nahen Umgebung von Lamerdingen abgehalten werden. Allerdings könne dann nicht mehr in jeder Gemeinde wöchentlich eine Messe stattfinden.

Schon jetzt sei es für Pfarrer Pela eine große Herausforderung, in jedem der Ortsteile Lamerdingen, Dillishausen, Groß- und Kleinkitzighofen jedes Wochenende die Eucharistie zu feiern, sagt Niederreiner: 'Eine findet Samstagabend statt und jeden Sonntag zwei am Vormittag und eine am Abend.'

Menschen wie Barbara Niederreiner müssten in Zukunft bei den Entscheidungen der Kirche mehr mitgenommen werden, meint Dekan Lappat: 'Es wäre wichtig, die Menschen in den Gemeinden künftig mehr einzubinden.'

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