Osternacht I
Osternacht: Pfarrer Reinhold Lappat predigt in der Buchloer Stadtpfarrkirche

Ostersonntag, morgens um 4.30 Uhr. Leise rieselt der Schnee. Vor der Stadtpfarrkirche erstreitet sich das Osterfeuer mühsam sein Existenzrecht gegen die pappigen Flocken. Erst als die Ministranten mit aller Kraft die Rätschen betätigen – als Ersatz für die nach altem Brauch zwischen Gründonnerstag und Ostersonntag schweigenden Kirchenglocken –, sind die letzten Irritationen unter den Kirchenbesuchern verschwunden: Man ist nicht auf dem Weg in die Christmette, sondern in den Osternachtsgottesdienst.

Nachdem die Osterkerze am Osterfeuer entzündet wurde, zogen Stadtpfarrer Reinhold Lappat, Diakon Peter Oelkrug und die 38 Ministranten in die noch dunkle Kirche ein und gaben das Licht an die Besucher weiter, zumindest an diejenigen, die mit Kerze gekommen waren. Höhepunkt der einleitenden Lichtfeier war der Osterlob-Gesang 'Exsultet' ('Es jauchze'), gesungen vom Stadtpfarrer.

Der Wortgottesdienst begann mit vier Lesungen, drei davon aus dem Alten Testament, die alle von besonderen Taten Gottes den Menschen gegenüber handeln. Auf die nach Lappats Beschreibung 'nüchterne Ostergeschichte' nach dem Evangelisten Markus teilte der Stadtpfarrer einige Gedanken über die Rolle der drei Frauen am Grab Jesu. Der junge Mann, den sie im Grab treffen, habe sie nach Galiläa geschickt, dort wo der Weg Jesu begonnen habe.

Ostern bedeute, den Weg Jesu zu gehen, 'wenn es sein muss, ganz von vorne. Gehen wir also wieder los. Einen besseren Osterwunsch kann ich nicht geben', so der Pfarrer weiter.

Der vor einigen Jahren begonnene Brauch des Osterkerzentauschs zwischen katholischer und evangelischer Gemeinde wurde auch heuer wieder praktiziert. Markus Detlefsen und Helma Otten-Schied brachten von evangelischer Seite eine Kerze mit dem Fisch als christlichem Symbol ('Ichtys', das griechische Wort für Fisch, wird als Abkürzung für 'Jesus Christus, Gottes Sohn und Erlöser' gedeutet). Uwe Mantwill und Christa Hermann waren von katholischer Seite mit der Kerze (Motto: 'Den Stein ins Rollen bringen') in Richtung Hoffnungskirche unterwegs.

Lappat dankte zum Abschluss allen Helfern in der Gemeinde für deren selbstlosen Einsatz und brachte das einvernehmliche Verhältnis zwischen Pfarrer und Gemeinde in dem Satz 'Danke, dass ich ihr Pfarrer sein darf' auf den Punkt. Auch die Tradition des 'Osterlachens' wurde als letzter 'liturgischer' Punkt gepflegt. Lappat brachte einige amüsante Anekdoten und Geschichten aus zumeist kirchlichem Umfeld zum Besten, die ihre erheiternde Wirkung nicht verfehlten.

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