Brauchtum
Öschprozession als Buchloer Himmelfahrts-Tradition

110 Jahre ist es her, dass im Buchloer Anzeigeblatt von einer Öschprozession an Christi Himmelfahrt die Rede war: 'Am Feste Christi Himmelfahrt vormittags war Feldumgehung, der ,Oesch’', schrieb damals der Pfarrer Adolf Müller.

Ein Textstück, das Heimatvereinsvorsitzender Herbert Sedlmair entdeckt hat, und das ein Indiz auf ein Brauchtum ist, das auch in der heutigen Zeit noch weitergeführt wird. Bei sogenannten Bittgängen oder -prozessionen laufen Gläubige an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt - den 'Bitttagen' - auch in Buchloe und Umgebung heute noch zu Kapellen oder Flurkreuzen.

Die Entstehung der christlichen Bittgänge hängt aber nicht nur stark mit dem Bitten um etwas, sondern auch mit Buße zusammen. Speziell an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt wurden um das Jahr 470 in Frankreich erstmals mit Fasten verbundene Flurprozessionen abgehalten - angeordnet von Bischof Mamertus von Vienne in Gallien wegen Erdbeben, Unwettern und Missernten.

1804 untersagte die bayerische Regierung die Andechswallfahrt wegen 'Mißbräuchen, Ausschweifungen und Exzeß'. 'Die Buchloer sind aber trotz des Verbots angeblich noch bis ins Jahr 1830 weiter nach Andechs gepilgert', verrät Sedlmair. Die Wallfahrt nach Andechs wurde in den 70er Jahren wieder eingeführt - und hat bis heute überlebt.

Mehr zur Öschprozession in Buchloe finden Sie in der Buchloer Zeitung vom 28.05.2014 (Seite 40).

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