Kliniken
OB Bosse und Landrat Fleschhut präsentieren gemeinsam Pläne für die Zukunft für die Klinik Marktoberdorf

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Monatelang waren die Gräben tief gewesen – vor allem zwischen Kaufbeuren und der Kreisstadt Marktoberdorf, weil der Verwaltungsrat der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren bekanntlich beschlossen hatte, dass das Marktoberdorfer Krankenhaus geschlossen wird. Insbesondere zwischen dem Vorsitzenden des Gremiums, Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, und seinem Stellvertreter, Landrat Johann Fleschhut, war das Tischtuch zerschnitten. Gestern aber präsentierten sich die beiden Spitzenakteure des Kommunalunternehmens (mit seinen fünf Standorten Kaufbeuren, Marktoberdorf, Füssen, Buchloe und Obergünzburg) einvernehmlich.

Der Verwaltungsrat hatte nämlich die Folgenutzung der Marktoberdorfer Klinik beschlossen – mit großer Mehrheit (siehe Allgäu Rundschau). Das Gebäude wird künftig ein Zentrum für alle ambulanten Eingriffe des Klinikenverbundes. Wer sich also geplant ambulant operieren lassen muss, egal, ob er aus Buchloe, Nesselwang, Kaufbeuren, Obergünzburg oder etwa Schwangau kommt, muss demnächst in Kreisstadt fahren. Außerdem wird der Bettentrakt künftig als Geriatrie genutzt.

Wie Fleschhut ausführte, gibt es aber auch an den anderen vier Standorten Umwälzungen, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen (siehe Info-Kasten). Das ist auch bitter nötig.

Die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren haben 2010 ein Defizit von 4,125 Millionen Euro erwirtschaftet – und für 2011 wird mit rund acht Millionen Euro gerechnet.

Mitarbeiter müssen zustimmen

Darum soll auch die Belegschaft des Verbundes – immerhin 1600 Beschäftigte – einen Beitrag leisten. Gehaltskürzungen bis zu sechs Prozent sind laut Bosse angedacht. Dem müssen aber die Mitarbeiter ausdrücklich zustimmen. Verhandlungspartner sind die Gewerkschaft Verdi und der Marburger Bund, die Standesvertretung der Krankenhausärzte. Zwar sei es jetzt schon schwer, ärztlichen und auch pflegerischen Nachwuchs zu bekommen, wie Vorstandsvorsitzender Ludwig Lederle einräumte. Insbesondere wegen der Debatte um die Schließung des Marktoberdorfer Hauses sei zudem viel Unsicherheit bei den Mitarbeitern entstanden.

'Wichtiger als Geld ist bei solchen Verhandlungen aber in der Regel, dass die Mitarbeiter eine langfristige Perspektive erhalten', so Lederle.

Für den Beitrag der Mitarbeiter werde eine Bestandsgarantie auch der Häuser in Buchloe und Obergünzburg bis 2017 gegeben. Das große Defizit des Klinikenverbundes (im Schnitt sechs Millionen Euro pro Jahr, das die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu zu gleichen Teilen ausgleichen müssen) soll bis 2014 auf zwei Millionen Euro sinken – eine Summe, die als wirtschaftlich vertretbar gilt. Erfreut über das Ergebnis der Verwaltungsratssitzung zeigten sich die CSU Ostallgäu und die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer (Jengen). Sie hatte gemeinsam mit den Verwaltungsratsmitgliedern Dr. Hans Ketterl (Schwangau) und Dr.

Christian Alex (Waal) ein Konzept zur Nachnutzung vorgelegt (wir berichteten). Dazu gehörte unter anderem, die Wundambulanz für Marktoberdorf zu erhalten. 'Dass dieser medizinische Leuchtturm, den wir der Fachkenntnis von Frau Dr. Knestele zu verdanken haben, in Marktoberdorf erhalten bleibt, war uns ein besonderes Anliegen', so Schorer. Angeregt hatte diese Arbeitsgruppe auch den Aufbau eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), vorrangig in Marktoberdorf. Wie Fleschhut aber ausführte, gab es für diese Idee bislang noch kein Echo von den niedergelassenen Ärzten, sich in einem MVZ zu engagieren.

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