Interview
Norbert Zabel, Trainer des ESV Buchloe, blickt auf die Saison zurück

Es muss ein sehr lauter «Plumps» gewesen sein: Ein regelrechter Felsbrocken ist Spielern, Trainern, Funktionären und Fans des ESV Buchloe nach dem Klassenerhalt vom Herzen gefallen. Nachdem der Traum von den Play-offs für die Piraten nach der Vorrunde ein bitteres Ende gefunden hatte, war zeitweise auch das Minimalziel, der Verbleib in der Bayernliga, in Gefahr geraten. Im entscheidenden Moment bewiesen die Buchloer dann jedoch starke Nerven und retteten noch eben so eine durchwachsene Saison. Wir haben Trainer Norbert Zabel (38), der den ESV - mit einer kurzen Unterbrechung - seit sechs Jahren betreut, Bilanz ziehen lassen.

Herr Zabel, wie groß ist die Erleichterung jetzt nach dem Klassenerhalt tatsächlich?

Norbert Zabel: Sie ist riesengroß. Die Belastung und Anspannung in der Abstiegsrunde und den Play-Downs waren enorm. Durch widrige Umstände sind wir dort unten hineingeraten, obwohl wir uns viel mehr vorgenommen hatten für die Saison. Wir sind heilfroh, dass wir am Ende die Klasse halten konnten.

Hatten Sie daran in der Play-Down-Serie gegen Höchstadt, vor allem nach der Niederlage im ersten Heimspiel, so Ihre Zweifel?

Zabel: Das war zumindest eine sehr heikle Situation. Wir standen nach der Auftaktpleite und mit dem entscheidenden Auswärtsspiel vor der Brust unter gewaltigem Druck. Wir haben aber ganz ruhig weitergemacht, viel geredet und unsere Fehler - es waren ja oft dieselben - nüchtern analysiert. Schon zu Beginn der Abstiegsrunde haben wir versucht, auch außerhalb des Trainings die Köpfe frei zu kriegen. Ich habe letztlich auf die erfahrenen Spieler gesetzt, was leider zulasten der jungen ging. Am Ende hat aber jeder seine Sache gut gemacht.

War das Ihre schwierigste Phase als Trainer des ESV?

Zabel: Auf jeden Fall. Mit Abstiegskampf hatten wir bislang keine Erfahrung. In den Jahren zuvor haben wir es immer unter die Top acht geschafft. Diesmal ist uns auch der Modus nicht entgegengekommen. Wir haben bis zum letzten Vorrundenspieltag um die Play-offs gekämpft, alles versucht und auch angeschlagene Spieler eingesetzt, während andere Teams, die für die Abstiegsrunde schon feststanden, ihre Spieler schonen konnten. Dieser Verschleiß war bei uns in der Abstiegsrunde deutlich zu sehen.

Mit der Serie gegen Dorfen ist Ihrer Mannschaft noch ein guter Abschluss der Spielzeit gelungen. Überwiegt dennoch die Enttäuschung über diese - gemessen an den Zielen - verkorkste Saison?

Zabel: Natürlich haben wir uns tierisch geärgert, dass wir den achten Platz verpasst haben - und das auch noch so denkbar knapp. Vor allem weil wir große Auswärtssiege eingefahren und es zu Hause gegen vermeintlich schwächere Gegner verspielt haben. Diese Heimschwäche können wir uns bis jetzt nicht erklären. Die Verletzungen von Thomas Fortney und Peter Westerkamp kamen außerdem zu einem ungünstigen Zeitpunkt, die konnten wir kaum auffangen. Auch unsere Torhüter waren beide lange Zeit angeschlagen. So wurde es zum Ende der Saison einfach sehr schwierig.

Sie haben Ihre Zukunft als ESV-Coach bislang offen gelassen. Gibt es denn schon eine Tendenz?

Zabel: Ich werde in Kürze noch ein abschließendes Gespräch mit unserem sportlichen Leiter führen. Aber aus beruflichen Gründen wird es wohl sehr schwierig, dass ich weitermache.

Interview: Willi Dressler

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