Brauchtum
Nicht nur den Kindern stockt der Atem

Schauplatz eines gruseligen Treibens war am Wochenende der Sportplatz in Oberostendorf. Hatte doch der Nikolaus 25 schaurig-grimmige Gestalten im Gefolge, die den Zuschauern beim Krampuslauf das Fürchten lehrten.

Als sich diese Gestalten unter dem Gebimmel von Glocken und dem Gerassel und Gescheppere der mitgeführten Klangkörper den vielen Besuchern näherten, stockte oft nicht nur den Kindern der Atem. Auch etliche Erwachsene wollten plötzlich nicht mehr in der ersten Reihe stehen und suchten Schutz hinter einem breiten Rücken. Umso größer war dann das Entsetzen, wenn von hinten bizarre Finger ins Haar griffen und eine Fratze beim Umschauen unwahrscheinlich nahe war.

Verstärkt wurde der Grusel des Krampuslaufes dadurch, dass die Gestalten allerlei brennende und stark rauchende Gegenstände mit sich führten, die im weißen Scheinwerferlicht zusätzlich schaurige Effekte erzeugten. Immer wieder setzten die Krampusse auch ihre Ruten, Kuhschwänze und Pferdeschwänze ein, vor denen es kein Entrinnen gab.

Unübersehbar war die rund 2,30 Meter große rote Leitfigur der Truppe, der << Rotsohler >>, der sein gewaltiges Gehörn auf einem Fuß und einem Pferdehuf durch die Menge trug. Das Spektakel endete in eisiger Kälte mit einer symbolischen Hexenverbrennung und unter dem Krachen hunderter kleiner Böller. Mit dem Abnehmen der Masken machten die Beteiligten am Ende dann deutlich, dass es sich hier um ein traditionelles Spektakel handelte, das den bösen Wintergeistern, nicht aber den Zuschauern und Kindern, einen ordentlichen Schrecken einjagen soll. So erklärten auch Anna Maria, Christina und Cindy beim Anblick des << Rotsohlers >> selbstbewusst, dass sie natürlich keine Angst hätten und froh seien, mitgekommen zu sein.

In den Genuss eines im Ostallgäu eher unüblichen Krampuslaufes kam die Gemeinde Oberostendorf durch die freundschaftliche Beziehung der örtlichen Fußballer mit ihrem früheren Spieler Karl Streissl aus Wartburg in der Steiermark. Er wirkt bei der Krampusgruppe mit, die 25 Personen zählt. Die Truppe habe zwischen Mitte November und Januar einen vollen Terminkalender mit vielen Krampusläufen im weiten Umkreis abzuarbeiten. Das Rahmenprogramm für den Krampuslauf hatte der Oberostendorfer Sportverein in wochenlanger Arbeit organisiert. So konnten sich die etwa 500 Besucher an sechs Hütten stärken, die Besucher erhielten Einblick in die Räumlichkeiten der Vereinsanlagen und die Kaiser-Maximilians-Trommler aus Kaufbeuren sorgten für eine beeindruckende akustische Kulisse.

Angesichts der guten Besucherresonanz stehen die Chancen gut, dass das nicht der letzte Krampuslauf im Ostallgäu gewesen ist.

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