NachgefragMittelschule
Nachgefragt zur Lehrersituation an der Mittelschule Buchloe

Die Lehrersituation an den bayerischen Mittelschulen war in den vergangenen Wochen immer wieder Thema. Mitte August hatte das Kultusministerium noch einmal Mittel für umgerechnet 200 bis 250 Lehrerstellen bereitgestellt. Wie stellt sich die Lage in Buchloe dar?

Herr Schöne, wie ist die Situation an der Mittelschule Buchloe? Gibt es für das kommende Schuljahr genügend Lehrer?

Schöne: Im kommenden Schuljahr werden wir 328 Schüler in 16 Klassen haben, also im Schnitt 20,5 Schüler pro Klasse. Unsere größte Klasse hat 27 Schüler, unsere kleinsten 15 Schüler.

Alle 16 Klassen sind mit Klassenleitern versorgt, der Pflichtunterricht ist gesichert und darüber hinaus auch noch ein Profil bildendes Schulleben in einigen Arbeitsgemeinschaften wie beispielsweise Schülercafé, Schulsanitätsdienst und Streitschlichter.

Im vergangenen Schuljahr hatten Sie krankheitsbedingt bereits Engpässe. Wie wurden die gelöst?

Schöne: Einen Teil der Engpässe mussten wir innerschulisch lösen, aber zum weit überwiegenden Teil halfen uns mobile Reserven, die uns vom Schulamt zugewiesen wurden.

Wie haben sich die Schülerzahlen in Buchloe in den vergangenen Jahren entwickelt?

Schöne: Im Schuljahr 2008/09 begann ich mit etwa 380 Schülern. Diese Zahl sank bis 2010/11 auf etwas über 300, stieg aber im vergangenen Schuljahr auf 330 Schüler und bleibt im kommenden Schuljahr einigermaßen konstant.

Der Wiederanstieg der Schülerzahlen ist zum Teil auf eine zunehmend steigende Quote von Gymnasiasten, Wirtschaftsschülern, vor allem aber Realschülern zurückzuführen, die oft in der 8. oder 9. Klasse merken, dass sie dort ihre Ziele nicht erreichen und deshalb zu uns kommen wollen.

Leider erscheinen einige erst kurz vor Schuljahresende mit ihren Wechselwünschen und erhöhen so die prognostizierten und eingeplanten Schülerzahlen, auf denen die Lehrerzuteilung beruht. Deshalb mein Wunsch, dass der Wechsel an unsere Schule möglichst schon frühzeitig artikuliert wird. Mittelfristig wäre es schön, wenn sich unsere Schülerzahlen auf einem Stand von über 300 stabilisieren würden.

Was glauben Sie sind die Ursachen für den Lehrermangel?

Schöne: Eigentlich gibt es meines Erachtens genügend Mittelschullehrer, die aber nach bestandener Prüfung nicht immer in ausreichender Zahl eingestellt und in den Staatsdienst übernommen werden. Zwischen der Schülerzahlprognose im Juni und der tatsächlichen Schülerzahl im kommenden Schuljahr können noch erhebliche Differenzen auftauchen.

Diese können nicht immer durch entsprechende Mehrzuweisung an Lehrerstunden ausgeglichen werden, obwohl das Schulamt sich hier schon im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht, Härtefälle abzufedern und Verteilungsgerechtigkeit herzustellen.

Welche Lösungsmöglichkeiten sehen Sie, um das Problem in den Griff zu bekommen?

Schöne: Einen gewissen 'Puffer' an Lehrerstunden vorrätig zu halten, um auf geänderte beziehungsweise erhöhte Schülerzahlen auch noch im Juli/August reagieren zu können. Teils geschieht das wohl auch und es werden in einer zweiten oder dritten Ausschreibungsrunde noch Lehrkräfte zusätzlich eingestellt.

Wenn Sie Werbung für den Beruf 'Mittelschullehrer' machen müssten, was würden Sie dann in den Vordergrund stellen?

Schöne: Es ist etwas Schönes und sehr Erfüllendes, jungen Leuten Perspektiven zu eröffnen, Möglichkeiten für ihr zukünftiges Leben aufzuzeigen und sie auch mit dem nötigen Wissen und Können und den dafür nötigen Kompetenzen auszustatten. Das Klassenleiterprinzip an der Mittelschule sorgt zudem für ein gutes pädagogisches Verhältnis zwischen den Lehrkräften und den Schülern.

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