Abschied
Nach sieben Jahren verlässt Pfarrer Dr. Jacob Nangelimalil die Pfarreiengemeinschaft Jengen

Mit den Worten «I wünsch ui a guats nuis Johr» hatte Pfarrer Dr. Jacob Nangelimalil 2004 die Gläubigen in einer gut gefüllten Kirche in Jengen begrüßt. Zunächst sei er gespannt gewesen, wie die Jengener reagieren, doch als ihm die zunächst erwartungsvollen Gesichter plötzlich zulachten, wusste er: «Hier werde ich mich wohlfühlen.» Heute, sieben Jahre später, schätzen ihn die Bürger für sein Dialektverständnis. Für ihn heißt es jetzt jedoch, «Pfüa Gott» zu sagen.

Schon in der siebten Klasse fühlte er sich eng verbunden zum christlichen Glauben. << Mein Glaube ist die nächsten drei Jahre so stark gewachsen, dass ich schon nach der zehnten Klasse ins Priesterseminar eingetreten bin >>, erklärt der 54-Jährige. In den 1980er Jahren schloss er in Mangalore (Indien) seine Priesterausbildung ab und wurde 1984 zum Priester der Erzdiözese Ernakulam-Angamaly geweiht. Er verbrachte auch einige Zeit in Rom, wo er 1994 zum Doktor der Theologie in Dogmatik promovierte. << Nach langjährigem Studium merkte ich, mir fehlt die Nähe zu Menschen >>, sagt Nangelimalil. Er habe vorgehabt, für drei Jahre eine Pause zu machen und als Priester in Indien zu arbeiten. Sein Kardinal eröffnete ihm jedoch eine Stelle in Deutschland. << Zunächst war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Klimawechsel aushalte >>, so der Pfarrer.

<< Aber nach der dritten Anfrage, fühlte ich mich dazu berufen. >> 2001 reiste er dann nach Weitnau (Westallgäu). Schon drei Jahre später wurde ihm die Stelle in Jengen angeboten. << Mir gefallen die Freundlichkeit und die Offenheit der Menschen hier >>, beginnt er plötzlich << von seinen Jengenern >> zu schwärmen. Man habe sich immer gefreut, ihn zu sehen. Es hieße nie: << da kommt der indische Pfarrer >>, sondern die Jengener haben immer gesagt: << Da kommt unser Pfarrer. >>

Jacob Nangelimalil war es vor allem wichtig, sich << die Gewohnheiten der Ostallgäuer >> anzueignen. << In all den Jahren im Allgäu wird deutlich, wie vielfältig der Dialekt ist und es macht Spaß alle Eigenarten zu lernen >>, sagt er.

Ab September wird er sich an den Dialekt im Raum Günzburg gewöhnen müssen. Er wird die Pfarreiengemeinschaft Kammeltal übernehmen. << Eigentlich war mein Plan, zurück nach Indien zu gehen, doch mein zuständiger Kardinal in Indien bat mich, die neuen indischen Priester im Allgäu zu unterstützen >>, erklärt Nangelimalil. Da er noch eine neue Herausforderung erleben will, verlässt er die Pfarreiengemeinschaft Jengen trotzdem.

Wenn er so auf seine Zeit in Jengen zurückblickt, bedauert er es sehr, gehen zu müssen. Er findet aber dennoch: << Schee wars. >>

Verabschiedet wird Pfarrer Jacob Nangelimalil mit einem Festgottesdienst am kommenden Sonntag, 24. Juli, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin. Danach gibt es einen Frühschoppen im Pfarrgarten, der bei schlechtem Wetter im Musikerraum im Gemeindehaus stattfindet.

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