Verwechslung
Nach Panne: Fachfirma entfernt Heizöl, Umwelt nimmt keinen Schaden

Es war wohl die berühmt-berüchtigte Verkettung unglücklicher Umstände: 2000 Liter Heizöl flossen am Montagabend in den Keller statt in den Tank eines Buchloer Einfamilienhauses. Wie bereits kurz berichtet, hatte der Mitarbeiter einer Heizöl-Lieferfirma das Öl in einen falschen Einfüllstutzen gepumpt. Der Großteil des Heizöls gelangte in die Buchloer Kläranlage, richtete dort nach Auskunft des Abwassermeisters Franz Knittel aber keinen größeren Schaden an, sondern wurde von einer Fachfirma abgefangen. «Es beruhigt mich zumindest, dass es keine Umweltschäden gegeben hat», sagte gestern der Inhaber der Heizöl-Lieferfirma.

Haftpflichtversicherung untersucht den Fall

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, das untersuche seine Haftpflichtversicherung derzeit. Nach Auskunft des Unternehmers gebe es am Haus des Geschädigten zwei Einfüllstutzen. Einer führe zu einem neuen Tank im Anbau des Gebäudes. Wegen einiger Bretter und der Dunkelheit sei dieser jedoch nicht zu sehen gewesen; der andere, falsche Stutzen führt ins Leere im Altbau. Den Tank im Altbau habe der Vorbesitzer vor einigen Jahren ausbauen lassen.

Genau für dessen Stutzen existierte aber offenbar ein Schlüssel für das vorgeschriebene Vorhängeschloss. «Und diesen Schlüssel hat die Tochter des Hausbesitzers, der nicht da war, meinem Mitarbeiter übergeben», sagte der Unternehmer. Der Lieferant drehte den Ölhahn auf. 2000 Liter flossen daraufhin ins Haus.

«Mein Mitarbeiter hat nicht einmal ein verdächtiges Plätschern gehört, denn unter dem alten Stutzen lagen ausgerechnet Matratzen», so der Unternehmer. Als das Malheur bemerkt wurde, war es längst zu spät. «Alles roch nach Öl, doch im Tank war keines», erzählt der Hausbesitzer, Cengiz Yolyanan. Feuerwehr und Polizei wurden alarmiert.

Die wiederum benachrichtigten den Leiter der Kläranlage, Franz Knittel. «Rund 1500 Liter Öl kamen über die Kanalisation zur Vorklärung», so Knittel. Er habe sofort das Notfallbecken in Betrieb genommen, um zu verhindern, dass Öl in die Biologie der Anlage gelangt. Knittel forderte eine Fachfirma an, um das Öl absaugen zu lassen. Er entnahm Proben und verständigte das Wasserwirtschaftsamt Kempten. «Mit einem speziellen Saugfahrzeug wurde das Öl dann abgesaugt», berichtet er.

«Durch die Tauchwand im Vorklärbecken wurde das schwimmende Öl zurückgehalten und konnte unverzüglich entfernt werden. Eine Schädigung der Biologie wurde somit verhindert. Deshalb hat es in der Kläranlage keinen weiteren Schaden verursacht», sagt Knittel und betont: «Es gelangte kein Öl aus der Kläranlage ins Grundwasser oder in die Gennach.»

Eine Spezialfirma war auch gestern noch damit beschäftigt, das restliche Öl aus dem Einfamilienhaus zu entfernen. An einen derartigen Vorfall kann sich der Heizöllieferant in seiner langjährigen Tätigkeit nicht erinnern. «Ich hoffe, dass der Vorfall auch für die betroffene Familie wieder schnell Geschichte sein wird», so der Unternehmer.

Hausbesitzer spricht vom Glück im Unglück

Von «Glück» spricht derweil der Hausbesitzer Cengiz Yolyanan: «Normalerweise bestellen wir 4000 bis 5000 Liter Öl. Weil es zurzeit aber so teuer ist, haben wir nur 2000 Liter kommen lassen.» Über die genaue Schadenshöhe konnte die Polizei auch gestern noch keine Angaben machen.

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