Jahreskonzert
Musikverein Jengen präsentiert abwechslungsreiches Programm

Wenn in Jengen am Vorabend des ersten Advents zwischen Gemeindehaus und Kirche kaum noch ein Parkplatz zu erhaschen ist, dann liegt dies in der Regel am Jahreskonzert des Musikvereins. Auch heuer waren die Stuhlreihen im Gemeindehaus sehr gut besetzt.

Traditionsgemäß eröffnete die Jugendkapelle Jengen-Weicht den Abend. Dirigent Thomas Lang hatte eine musikalische Reise nach Spanien und England vorbereitet. 'Cataluna' von Kees Vlak wirkte wie eine Vorstudie zu seiner Ouvertüre 'Alcazar'. Der rhythmisch und intonatorisch einwandfreien Ausführung fehlte lediglich ein wenig spanisches Feuer, an dem man sich in diesen kalten Tagen hätte wärmen können.

Mit zwei Sätzen (Chaconne, Marsch) aus der 'First Suite' von Gustav Holst wagte man sich an einen absoluten Klassiker des Blasmusik-Repertoires. Technisch waren die Jungmusiker mit diesem Oberstufenstück zu keiner Zeit überfordert.

Der kraftvolle englische Marsch 'Sons of the Brave' von Thomas Bidgood (1858-1925) leitete über zum Auftritt des MV Jengen, der ohne allzu lange Umbaupause in der stattlichen Besetzung von 46 Musikern auf der Bühne Platz genommen hatte. Mit der Komposition 'Lichtblicke' des Unterallgäuers Kurt Gäble zeigte sich Dirigent Thomas Wieser erneut als Klangmagier. Er zeigte, dass man auch mit einem guten Mittelstufenorchester einen nachhaltigen akustischen Eindruck hinterlassen kann und dass man das Attribut 'sinfonisch' nicht nur für kopflastige und technisch übertrieben schwierige Blasmusik gebrauchen kann.

Dass auch Volkslieder mit entsprechend 'großem' Ton gespielt werden können, zeigte der Musikverein in einer Suite mit Volksliedern aus Wales, mit der es in die Pause ging. Maurice Ravels berühmter 'Bolero' wird gerne als Musterbeispiel dafür angesehen, wie man mit einem Orchester mustergültig ein langes Crescendo realisieren kann.

Einen ähnlichen Effekt, wenn auch mit technisch geringerem Anspruch, bietet die Komposition 'Highland Cathedral' von Michael Korb und Uli Roever. Das Stück bringt – auch ohne Dudelsäcke – schottische Atmosphäre in den Konzertsaal und steigert sich über einem langen Trommel-Ostinato bis hin zu massiven Klangmauern.

Im Solostück des Abends stand dieses Mal kein einzelner Musiker, sondern ein ganzes Register im Mittelpunkt. In 'Claribelle' des Niederländers Wim Laseroms überzeugten die Klarinetten mit schwungvollem und synchronem Spiel. Vom souverän moderierenden Ansager Alfred-Nikolaus Müller war zu erfahren, dass der diesjährige Musikerausflug den Verein ins Ruhrgebiet, genauer gesagt nach Bochum geführt hatte.

Dort stand natürlich auch ein Besuch des Musicals 'Starlight Express' auf dem Programm, weshalb man eine Melodienfolge daraus auch im Konzert präsentierte. Die langsamen Passagen kamen sehr schwelgerisch und gefühlsbetont daher. Zum flotten Höhepunkt 'Licht am Ende des Tunnels' ließen die Posaunen ihrem Temperament freien Lauf.

Ein geschmackvolles Arrangement internationaler Weihnachtslieder rundete den offiziellen Teil des Konzertes ab. Das begeisterte Publikum erklatschte sich zwei Zugaben: die Polka 'Daheim in Böhmen' von Freek Mestrini und ein Traditionsmarsch über das Volkslied 'Der Jäger aus Kurpfalz'. Joachim Buch

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