Mobiles Op-team
Mobiles OP-Team für nächtliche Einsätze der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Durch den Einsatz eines «mobilen OP-Teams» will das Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren (KU) schon bald einen sechsstelligen Euro-Betrag jährlich einsparen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte der ärztliche Vorstand des KU, Dr. Joachim Klasen. Er betont aber, dass es nur um sehr wenige Operationen in den Krankenhäusern Marktoberdorf, Obergünzburg und Buchloe geht. Die Überlegung betreffe auch keine Akutfälle, sondern sogenannte Revisionsoperationen nach geplanten Eingriffen, die tagsüber erfolgt sind. Dafür solle künftig nicht mehr an allen drei Standorten je ein eigenes Team bereit stehen, sondern ein mobiles Team für alle Standorte. Es soll nach maximal 90 Minuten Vorlauf einsatzbereit sein.

Die OP-Bereitschaft für die drei Standorte wird vorgehalten, um einzugreifen, falls beispielsweise eine Wunde nach einer tagsüber durchgeführten Operation wieder blutet oder mit einem künstlichen Gelenk Probleme auftreten. Diese Fälle kommen in der Praxis sehr selten vor, so Klasen. Dies liege an der guten Qualität der Operateure.

Klasen nennt Zahlen: In Obergünzburg gab es 2010 nach 18 Uhr 14 Operationen. In Buchloe dürften es 15 bis 20 gewesen sein. Von dort sei die genaue Zahl aufgrund einer anderen Dokumentation der Anästhesisten nicht ganz vergleichbar. In Marktoberdorf geht es um 44 Fälle. Diese Zahl sei aber auch durch geplante Operationen der Belegärzte bedingt, die teilweise bis in den Abend hineingehen. Dafür könnten auch weiterhin die bewährten Operationsteams eingesetzt werden.

<< Wir wollen nicht in die gewohnten Abläufe im Operationssaal eingreifen >>, so Klasen.

Die mobilen Operationsteams, die zwischen dem Ende des normalen OP-Betriebs am Abend und dem Start am Morgen in Rufbereitschaft sind, wurden bereits vor einem Jahr unter der damaligen Klinikmanagerin diskutiert, aber noch nicht umgesetzt. Nun mahnte auch die Unternehmensberatung Kienbaum an, dieses Einsparpotenzial zu nutzen. Ob sich das umsetzen lässt, wird laut Klasen derzeit mit der Personalvertretung abgestimmt.

Drei statt acht Pfleger

Vorgesehen ist, dass zentral für alle Kliniken in Marktoberdorf nachts ein Anästhesist Dienst hat. Ihm ist ein Team mit Anästhesiepfleger und zwei OP-Pflegern zugeteilt, das bei Bedarf alarmiert wird. Da die Pfleger aus verschiedenen Orten kommen können, müssen sie in die Technik an allen drei Standorten eingewiesen sein. Letztlich, so erklärt Klasen, haben damit nicht mehr acht Pfleger pro Nacht Bereitschaftsdienst, sondern nur noch drei. Sie sollen in der Regel nach einer Stunde operationsbereit sein, bei schlechtem Wetter nach maximal 90 Minuten. Die Operation nimmt der jeweilige Arzt vor, der den Patienten im Krankenhaus betreut. Er soll, so die Informationen unserer Zeitung, auch entscheiden, ob die Operation durchführbar ist.

Falls ein akuter Notfall eintrete, der einen risikoreichen Eingriff an Blutgefäßen nötig mache, komme der Patient ohnehin nach Kaufbeuren, so Klasen. Das sei auch jetzt schon so, da die kleineren Kliniken nicht über die entsprechenden Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verfügten.

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