Interview
Matthias Fack aus Buchloe ist neuer Chef des Bayerischen Jugendrings und der hiesigen Kolpingfamilie

Binnen zwei Tagen ist Matthias Fack vor Kurzem zum Präsident des Bayerischen Jugendrings (BJR) mit Sitz in München und zum Vorsitzenden der Buchloer Kolpingfamilie gewählt worden. Der 38-jährige Theologe und Sozialpädagoge arbeitete bisher als Landesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und ist zudem Vorsitzender des Kreisjugendrings. Der zweifache Familienvater hat sich seit jeher der Jugendarbeit verschrieben. Wir sprachen mit dem Buchloer, der aus Oberfranken stammt, unter anderem über neue und alte Aufgaben, Familie und Politik.

Herr Fack, man darf Ihnen ja gleich zweifach gratulieren. Wie haben Sie die letzten Wochen erlebt?

Matthias Fack: Es war spannend, aber es prasseln schon viele Dinge auf mich ein. Es ist eine Zeit des Umbruchs: Ich orientiere mich beruflich neu beim BJR und muss mich dort einarbeiten. Zum anderen gilt es, sich zu verabschieden. Auch dafür muss man sich Zeit nehmen.

Wieso verabschieden?

Fack: Der Präsident des BJR ist ein Hauptamt. Bisher war ich beim BDKJ Vollzeit beschäftigt. Diese Stelle muss ich aufgeben - ebenso wie den Vorsitz beim Kreisjugendring, was ein Ehrenamt ist. Laut Satzung kann man beim BJR nicht gleichzeitig haupt- und ehrenamtlich tätig sein, um inhaltliche Konflikte zu vermeiden.

Was genau machen der Bayerische Jugendring und Sie als sein Präsident?

Fack: Wir machen Lobbyarbeit für Kinder und Jugendliche in Bayern, vertreten sie gegenüber Politik und Gesellschaft. Wir bringen dabei kein Geld mit, sondern gute Argumente, Energie und Kreativität. Meine Rolle besteht darin, unsere breit gefächerten Synergien und unser Angebot zu bündeln und dem Verband ein Gesicht zu verleihen.

Wieviel Zeit bleibt Ihnen dabei momentan für Ihre eigene Familie?

Fack: Es gibt schon einige Abend- und Wochenendtermine, auch Dienstreisen, der Kopf ist oft voll mit allerhand Dingen. Aber ich bemühe mich, genug Energie für die Familie aufzubringen - die sie übrigens auch einfordert. Sie ist dabei aber tolerant. Für meine neue Stelle hat sie mir grünes Licht gegeben, sonst hätte ich sie nicht angenommen.

Einen Tag in der Woche arbeite ich auch von zu Hause aus. Das ist mir sehr wichtig.

Sie haben auch die Führung der Buchloer Kolpingfamilie übernommen - eine der größten ihrer Art. Was macht sie hier mit über 400 Leuten so mitgliederstark und erfolgreich?

Fack: Wir haben eine lange Tradition, haben 2009 unser 100. Jubiläum gefeiert und sind von den Angeboten her zudem breit aufgestellt. Hier kann jeder etwas Attraktives finden. Viele Zugezogene schlagen über Kolping Wurzeln. Auch die gute Teamarbeit im Vorstand ist maßgeblich für den Erfolg.

Wie möchten Sie mit der Kolpingfamilie weitermachen: Bewährtes fortsetzen oder viel frischen Wind hineintragen?

Fack: Ich denke, man muss immer am Puls der Zeit sein und ein offenes Ohr für die aktuellen Wünsche der Mitglieder haben. In den letzten Jahren haben wir viel ausprobiert - mit Erfolg. Das wollen wir natürlich fortsetzen. Was wir derzeit aber nicht haben, ist eine Kolpingjugend. Die gab es einst und als Jugendarbeiter will ich versuchen, sie wieder aufleben zu lassen.

Können Sie sich auch vorstellen, irgendwann in die Politik zu gehen? In drei Jahren stehen die nächsten Kommunalwahlen an

Fack: Ich bezeichne mich als recht politischen Menschen, schon weil ich Verbandsfunktionär bin. Aber ich habe kein Parteibuch und eine gleiche Distanz zu allen Parteien ist derzeit ganz gut. Ich konzentriere mich momentan auf meine neue Arbeit. Es gibt also nicht so etwas wie einen «Masterplan» für meine Karriere - wobei man Jugendarbeit auch nicht ewig machen kann.

Was danach kommt, ist aber derzeit offen.

Trotzdem eine politische Frage zum Abschluss: In der aktuellen Atomdebatte positioniert sich der BJR klar für den sofortigen Ausstieg. Ist dieser in Ihren Augen so einfach machbar?

Fack: Wir fordern nicht, dass man alle Werke von heute auf morgen abschaltet. In Sachen sofortiger Ausstieg wollen wir zwei Dinge erreichen: einmal die Rückkehr zum ursprünglich von Rot-Grün beschlossenen Ausstieg, weg von der Laufzeitverlängerung. Außerdem sollen die Meiler, die abgeschaltet wurden, auch aus bleiben. Der Ausstieg muss schneller gehen als derzeit vorgesehen und dazu ein konsequenterer Einstieg in die regenerativen Energien erfolgen.

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