Gericht
Mann aus Buchloe vor Gericht - am Bahnhof vor Frauen entblößt

Weil er sich zwischen Juli 2010 und August 2011 dreimal vor jungen Frauen entblößt und an seinem Geschlechtsteil manipuliert hatte, wurde ein 50-Jähriger aus Buchloe jetzt vor dem Kaufbeurer Amtsgericht wegen exhibitionistischer Handlungen zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätze zu je 30 Euro verurteilt.

Der Angeklagte war nach dem letzten Vorfall gefasst und von den Opfern als Täter identifiziert worden. Der erste Vorfall hatte sich im Juli 2010 am Buchloer Bahnhof ereignet:

Eine junge Frau, die nachmittags auf einem Bahnsteig auf die Ankunft ihres Freundes wartete, hörte hinter sich ein Pfeifen oder Schnalzen. Als sie in Richtung des Geräusches sah, erblickte sie einen Mann, der onanierend zwischen zwei Güterzug-Waggons stand.

Die 27-Jährige rief per Handy die Polizei. Der Exhibitionist sah dies und flüchtete. Im November 2010 kam es in einem Zug zwischen Mindelheim und Buchloe zu einem weiteren Vorfall: Eine Studentin, die damals kurz vor ihrem Staatsexamen stand, hatte sich ein leeres Großraum-Abteil gesucht, um noch einmal in Ruhe ihre Unterlagen durchzugehen.

Als sie ein Geräusch hörte, drehte sie sich um und sah einen Mann, der in unmittelbarer Nähe im Gang stand und an seinem Geschlechtsteil manipulierte.

'Ich bin erschrocken und sofort aus dem Abteil raus', erinnerte sich die junge Frau jetzt als Zeugin vor Gericht. Sie habe sich dann an einen Schaffner gewandt. Dieser habe ihr später mitgeteilt, dass ihm der Mann entwischt sei.

Dritter Vorfall am Bahnhof

Die beiden jungen Frauen, die die Vorfälle als beklemmend und unangenehm in Erinnerung hatten, wurden im vergangenen Sommer noch einmal mit dem Erlebten konfrontiert: Nach einem erneuten Vorfall am Buchloer Bahnhof – ein Mann hatte sich vor einer 20-Jährigen aus dem Unterallgäu entblößt – konnte ein Verdächtiger gefasst und vorläufig festgenommen werden. Es handelte sich um den Angeklagten, der die Vorfälle zwar grundsätzlich einräumte, aber nicht in sexueller Absicht gehandelt haben wollte.

Gegenüber der Polizei und auch vor Gericht erklärte er, dass er am Tattag jeweils eine Gerätschaft zur Verlängerung seines Geschlechtsteils getragen habe. Diese Vorrichtung habe er bei den Vorfällen wegen starker Schmerzen entfernen müssen, um anschließend die Durchblutung wieder anzuregen.

'Bloß eine Schutzbehauptung'

Zwar hatte der Angeklagte bei seiner vorläufigen Festnahme tatsächlich ein derartiges Utensil in einer Tüte dabei gehabt. Weil aber seine Wohnung nicht weit vom Bahnhof entfernt ist und er sich den Opfern in allen drei Fällen offensiv präsentiert hatte, nahmen ihm weder der Staatsanwalt noch die Richterin seine Version ab. 'Ich bin der Meinung, dass dies bloß eine Schutzbehauptung ist', betonte die Vorsitzende im Urteil.

Die Entscheidung, die dem Strafantrag des Staatsanwalts entsprach, ist noch nicht rechtskräftig.

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