Brauchtum
Maibäume in Buchloe und Lindenberg aufgestellt

Es war diesmal eine richtige blau-weiße Bilderbuch-Veranstaltung bei optimalen Wetterbedingungen. Den 26 Meter hohen Baum aus dem Vorjahr hatten die Buchloer Maibaumfreunde Gaisastall frisch gestrichen und seit zweieinhalb Wochen behütet wie einen Augapfel. Viele potenzielle Diebe galt es zu täuschen und zu vertreiben - doch jede Nachtwache war für die Buchloer Maibaumfreunde auch ein willkommenes kleines Fest, wie Vorsitzender Florian Tröbensberger zu erzählen wusste.

Gestern Nachmittag stand der Baum dann auf dem Rathausplatz zum Aufstellen bereit, schöner als je zuvor: Das «alte» Buchloer Wappen vor der Stadterhebung war angebracht und Bäcker Hörberg hatte ein neues Zunftzeichen spendiert. Ein kleines logistisches Problem hatten die Maibaumfreunde auch noch zu lösen. Diesmal musste der Baum von Süden her zwischen zwei Bäume hindurch bugsiert werden, da der Parkplatz des Gasthofes Eichel nicht mehr zur Verfügung stand.

Zu Sicherungszwecken nahm ihn deshalb ein Autokran an die Leine, doch das Aufstellen selbst erfolgte traditionell mit reiner Muskelkraft. Hunderte von Bürgern verfolgten bei bester Volksfeststimmung die rund einstündige Prozedur. Richtmeister Peter Schilling begutachtete immer wieder kritisch das korrekte Umsetzen der «Schwalben», bevor er das Kommando «Hebt hoch» gab. Kurz nach 14 Uhr stand der Maibaum dann kerzengerade und die rund 40 Helfer genossen sichtlich den Applaus. Richtmeister Schilling war sehr angetan von den vielen mithelfenden Jugendlichen, die sich mit der Buchloer Tradition verbunden fühlen. «Es ist halt was Wunderbares», meinte er zum Abschluss, «wenn auch noch der Bürgermeister mit eigener Muskelkraft Unterstützung leistet».

Auf dem Rathausplatz wurde noch kräftig gefeiert und es gab sogar eine Holzbank zu ersteigern, hergestellt aus einem Stück des alten Maibaumes. Der Spielmannszug der Stadtkapelle spielte auf, die Bewirtung übernahmen die Maibaumfreunde.

Maibaumfest in Lindenberg

Bereits am Samstag veranstaltete die Feuerwehr Lindenberg ihr traditionelles Maibaumfest. Dieses Mal mit einem erweiterten Programm: Die Idee dazu hatten Vorsitzender Sebastian Schweighofer und sein Stellvertreter Thomas Gehrle. «Wir benötigen unbedingt noch Geld für die neue Fahne und mit diesem Event könnte Geld in die Kasse fließen», hoffte Schweighofer. Das Konzept ging auf: Schon kurz vor Beginn der Veranstaltung füllten sich die Biertischreihen. Viel Applaus bekamen die kräftigen Helfer unter dem Kommando von Franz März, die mit reiner Muskelkraft den Maibaum aufstellten.

Als Besuchermagnet entpuppte sich auch die Oldtimer-Ausstellung des örtlichen, gleichnamigen Vereins. Das Publikum genoss sichtlich nicht nur die strahlende Sonne, sondern auch den angebotenen Kuchen und Kaffee - und auch die deftigen Schmankerl und der süffige Gerstensaft fanden ihre Abnehmer.

Neben der musikalischen Gestaltung durch die Musikkapelle «Frohsinn» Lindenberg unter dem bewährten Dirigat von Diana Brandmair gaben am späten Nachmittag die Lindenberger Alphornbläser am Fuße des Kirchbergs mit einer Serenade einen überzeugenden Einblick in die Bandbreite der alpenländischen Musik.

Spannend war auch die Maibaumversteigerung nach amerikanischer Art. Mit vielen Glückwünschen wurde der Gewinner Marvin Kelm aus Lindenberg gefeiert.

Ein abendlicher Platzregen unterbrach das Maibaumfest für kurze Zeit, doch die gute Stimmung war später im Partyzelt schnell wieder da.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ