Feste
Landrat Johann Fleschhut und Polizei für einheitliche Sperrstunde

Geht es nach Landrat Johann Fleschhut und Polizeidirektor Werner Mutzel vom Präsidium Schwaben Süd/West, gibt es auch im Ostallgäu bald eine einheitliche Sperrstunde. Die Putzstunde sei zu wenig. «Neue Sperrzeiten sind dringend nötig», meint Mutzel mit Blick auf die gestiegene Zahl von Alkoholvergiftungen vor allem bei Jugendlichen.

Diese sei bayernweit von 3042 im Jahr 2003 auf über 5300 gestiegen. Zudem mache der Anteil betrunkener Jugendlicher bei Gewaltdelikten mehr als 55 Prozent aus, so Mutzel. Und das Einsatzaufkommen sei zwischen 1 und 5 Uhr nachts massiv.

«Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache», findet auch Landrat Fleschhut. Wie Mutzel wünscht er sich eine landesweite Neuregelung des geltenden Rechts. Die «pauschale Sperrzeit erst ab fünf Uhr» sei zu wenig differenziert, sagt Fleschhut, der sich aber nicht auf eine bestimmte Uhrzeit festlegen will. «Wir müssen da unterscheiden zwischen Wochenende und Nicht-Wochenende und zwischen Fasching und Nicht-Fasching.» Auch Mutzel fordert eine landesweite Regelung «in differenzierter Form».

Vorstöße in dieser Richtung gab es in der Vergangenheit schon - sowohl auf Landes- wie auch auf Landkreisebene. So setzt sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gegen den Widerstand der FDP für eine Neuregelung der Sperrzeit und eine Begrenzung des Alkoholausschanks an Tankstellen ein. Und Landrat Fleschhut brachte das Thema einheitliche Sperrzeit vor einem Jahr bei der Dienstbesprechung der Ostallgäuer Bürgermeister vor - anlässlich restriktiverer Regelungen in den Nachbarlandkreisen Unter- und Oberallgäu. Im Unterallgäu etwa ist bei Festen bereits um 2 Uhr Schluss. Ausgeschenkt werden darf bis 1.30 Uhr.

Die Ostallgäuer Bürgermeister wollten davon aber nichts wissen und weiterhin selbst - von Ort zu Ort und von Fall zu Fall entscheiden, soweit es das geltende Recht erlaubt.

«Livemusik bis 4 Uhr»

Auch Helmut Gerle, seit 13 Jahren ehrenamtlicher Mitorganisator der Großveranstaltung Untrasrieder Rockfrühling mit bis zu 10000 Besuchern, steht den Plänen des Landrats skeptisch gegenüber: «Um zwei Uhr haben wir noch 2500 bis 3000 Leute. Wenn wir die dann schon heimschicken müssen, möchte ich nicht wissen, wie unser Dorf danach aussieht.» Das Partyvolk wolle ausreichend lang unterhalten werden, so Gerle: «Wir haben Livemusik bis 4 Uhr. Danach gehen die Leute ruhig und friedlich heim.»

Wie Gerle betont, gebe es in Untrasried «sehr wenig Gewaltdelikte mit Alkohol». Trotz aller Alterskontrollen könne man bei den Minderjährigen aber «graue Schafe», die Alkohol konsumierten, nicht ganz ausschließen. Auch laut Fleschhut sind Verstöße gegen den Jugendschutz beim Alkoholausschank im Ostallgäu «im Verhältnis zu Fest- und Besucherzahlen minimal».

Über die Themen Sperrstunde und Alkoholausschank diskutierten Gerle, Mutzel und Fleschhut anlässlich der Vorstellung eines Leitfadens, den Mitarbeiter des Landratsamts vor allem für ehrenamtliche Festveranstalter zusammengestellt haben. «Damit werden keine zusätzlichen Hürden und Regelungen aufgebaut», betonte Fleschhut.

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