Vortrag
Kleinigkeiten wirken oft Wunder

«Viel miteinander reden und versuchen, auch wenn es manchmal schwerfällt, neben dem Alltag und der Arbeit etwas gemeinsam zu unternehmen», riet Diakon Albert Greiter aus Oberostendorf den Besucherinnen des adventlichen Landfrauentreffens im Kolpinghaus, zu dem die Landfrauengruppe des Bayerischen Bauernverbandes im Kreisverband Ostallgäu lud.

Greiter referierte zum Thema «Damit es rund läuft in der Familie» und allen, die ihm zuhörten, war bald klar, dass er weiß, wovon er spricht. Der Diakon hat, neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit, selbst Familie und einen Hof. Diesen habe er zwar schon an den Sohn übergeben, doch ab und an sei er schon noch als Helfer in der Not gefragt.

Vor allem zwischen den Ehepartner sei es wichtig, - etwa durch lobende Worte oder gar kleine Geschenke - dem Lebenspartner zwischendurch Zuneigung und Sympathie entgegen zu bringen. Solche kleinen Dinge würden oft Wunder bewirken, meinte Greiter.

Bei zahlreichen Gesprächen mit um Hilfe suchenden Paaren, habe er immer wieder feststellen müssen, dass außer der täglichen gemeinsamen Arbeit und die Sorge um den Nachwuchs, oftmals keinerlei Gemeinsamkeiten mehr zwischen Mann und Frau bestünden.

Dies gelte auch für Paare, die nicht in der Landwirtschaft tätig sind. Die Gefahr sei dann sehr groß, dass ein Ehepartner resigniere und aus dieser Situation ausbrechen wolle. «Man muss immer auf der Hut sein, denn ehe man es richtig merkt, kann es zu spät sein», merkte Greiter an.

Eine Beziehung sei wie ein empfindliches Gewächs, es müsse ständig gepflegt werden. Dessen seien sich sowohl die Männer, aber auch die Frauen oftmals nicht bewusst. Bäuerinnen leisteten täglich auf dem Hof körperlich harte Arbeit, bekämen aber leider zu wenig Anerkennung dafür. «Das alles darf nicht zur Selbstverständlichkeit werden», mahnte der Referent. Immer wieder frage er Ehemänner, wann sie denn das letzte Mal mit ihrer Frau etwas unternommen haben, abseits des ganzen landwirtschaftlichen Trubels, oder wann sie ihr zum letzten Mal für ihre Tätigkeit ein Kompliment gemacht haben. Meist komme dann nur ein Schulterzucken, so Greiter.

Andererseits rutschten Männer oftmals gerne von der stets fordernden Weiblichkeit in eine Ausweglosigkeit und neigten zu Depressionen. So könne es letztendlich zu einem Auseinanderleben der Ehepartner und zur Trennung kommen. Als weiteres Beispiel nannte Greiter die eigentlich zur Erholung und Regeneration gedachten Kuren, die dann im Anschluss aber auch schon mal zur Scheidung geführt haben, weil sich eine Liebelei anbahnte. Das könne aber eigentlich nur passieren, wenn im Vorfeld zwischen den Partner schon etwas nicht mehr stimme, meinte Greiter.

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