Eishockey
Kaum Grund zum Meckern

15 der 30 Begegnungen in der Bayernliga-Hauptrunde sind gespielt. Die Halbzeitbilanz in Buchloe fällt weitgehend zufriedenstellend aus. Nach einem holprigen Saisonstart steigerte sich der ESV kontinuierlich. Zuletzt schoben sich die Piraten mit einer Serie von vier Siegen (die Partie gegen Höchstadt gestern Abend ist dabei nicht berücksichtigt, Ergebnis auf dieser Seite) bis auf den sechsten Tabellenplatz vor. Die Buchloer Zeitung nennt die Auffälligkeiten einer sportlich ansprechenden ersten Saisonhälfte.

Das Traumduo: An zwei Namen kommt man im Buchloer Eishockey derzeit einfach nicht vorbei: Mit Thomas Fortney (14 Tore/16 Beihilfen) und Peter Westerkamp (12/13) verfügt der ESV Buchloe wohl über eines der besten Sturmduos der gesamten Liga. Gerade in engen Partien machen die beiden Stürmer aus Übersee oft den Unterschied. Das Buchloer Publikum liebt sie sowieso.

Die Last des Toreschießens: Dass der ESV am Tropf seines Traumduos hängt, würde wohl zu weit gehen. «Am Anfang der Saison war es vielleicht wirklich so», räumt Trainer Norbert Zabel ein. «Zuletzt hat man aber auch mal andere Namen als immer nur Fortney, Westerkamp oder Rau in der Torschützenliste lesen können», so der Trainer weiter. Trotzdem: Geht es um Zählbares, existiert ein deutliches Gefälle im Team. Exakt die Hälfte - nämlich 26 (!) - der 52 Buchloer Treffer gehen auf das Konto von Fortney und Westerkamp.

Bei anderen Teams sei das nicht anders, hält Zabel dagegen.

Dennoch: Gerade die Spieler aus dem zweiten Glied, wie Tobias Kastenmeier, Matthias Ziegler oder Peter Vrbas, hielten sich vor dem gegnerischen Tor bislang auffällig vornehm zurück. Auch Zabel streitet das nicht ab. Man habe bereits darüber gesprochen, sagt er. «Man kann ihnen ja nicht absprechen, dass sie nicht bemüht sind. Sie werden für ihre Arbeit nur einfach nicht belohnt.»

Die Neuzugänge: Dass Thorsten Rau mit seinen bald 39 Jahren kein wirbelnder Kilometerfresser mehr ist, dürfte eigentlich allen klar gewesen sein. Mit seiner Übersicht und Erfahrung ist der Routinier spielerisch jedoch eine absolute Bereicherung für die Piraten - vor allem in Überzahl. Andreas Widmann repräsentiert genau das, was man von einem defensiven Verteidiger erwartet: solide, zuverlässig Arbeit nach hinten.

Er gibt der Verteidigung deutlich mehr Stabilität als zum Beispiel Holger Völk in der Vorsaison. Etwas enttäuschend ist bislang der Auftritt des dritten Landsberger Neuzugangs im Bunde, Michael Strobel. «Dafür, dass er am Anfang in den ersten beiden Reihen aufgelaufen ist, hätte ich mir mehr erwartet», räumt auch Zabel ein. Nachdem Dominik Mahren nach nur zwei Saisonspielen dem ESV den Rücken kehrte, könnte der Verein eventuell nochmals auf dem Transfermarkt tätig werden. «Wir schauen nach einem Verteidiger. Wenn wir jemanden finden, der zum Team passt, werden wir vielleicht noch etwas machen», verrät Zabel.

Die Nummer zwei: Beim ESV Kaufbeuren galt Fritz Hessel einst als Mann mit viel Talent, aber einem ebenso großen Hang zum Schlendrian. Ein Ruf, den der 20-Jährige auch in seinem ersten Jahr in Buchloe kaum ablegen konnte. In der Abwesenheit von Stammtorwart Florian Warkus schaffte er es nicht, eine konstante Form zu finden und der Mannschaft Stabilität zu verleihen.

Das ist nun Vergangenheit. In dieser Saison wirkt Buchloes Nummer zwei wie ausgewechselt. Eine «tadellose» Leistung in den bisherigen neun Saisonspielen bescheinigt ihm auch Zabel: «Fritz arbeitet im Training mittlerweile viel besser. Ich denke, er sieht, dass er ein richtig guter Torwart sein kann, wenn er etwas macht.»

Die Zuschauer: Das gab es in der jüngeren Bayernliga-Historie des ESV noch nie: 711 Menschen strömten vergangenes Wochenende zum Derby gegen den ECDC Memmingen - Rekordkulisse. Überhaupt kann man beim ESV mit dem bisherigen Zuschauerzuspruch zufrieden sein: Zwar zählt der Verein in der Liga damit immer noch zum unteren Mittelfeld.

Mit durchschnittlich 333 Zuschauern pro Heimspiel liegt der ESV bislang jedoch deutlich über dem Vorrundenschnitt der Vorsaison (222) und des Aufstiegsjahres (299).

Als Kritikpunkt blieb zuletzt oft nur der Schiedsrichter übrig: Nach einem holperigen Saisonstart fand der ESV um Kapitän Bohdan Kozacka immer besser in die Spur. Nach vier Siegen in Serie standen die Piraten zur Halbzeit auf Rang sechs. Foto: Lerchner

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