Weltmissionssonntag
Kardinal Sarr aus dem Senegal feiert Gottesdienst im Haus der Begegnung

Einen Blick auf die Weltkirche am Beispiel Afrika konnten die Besucher am Sonntag in Buchloe im Vorfeld des Weltmissionssonntags am 23. Oktober werfen. Auf Einladung der Hilfsorganisation 'missio' sowie der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Augsburg war der Bischof von Dakar, Théodore-Adrien Kardinal Sarr, im Haus der Begegnung zu Gast.

Der Kardinal stellte zunächst bei einem Vortrag und einer Gesprächsrunde die Bildungsarbeit der katholischen Kirche in seinem Heimatland Senegal vor, mit dem die KLB Augsburg schon seit Jahrzehnten eng verbunden ist.

Der Nachmittag mündete in einen festlichen Gottesdienst, den Kardinal Sarr zusammen mit Regionaldekan Reinhold Lappat und Landvolkseelsorger Rainer Remmele zelebrierte – der Buchloer Kolpingchor 'Chorisma' gestaltete das Pontifikalamt mit 'schwäbisch-afrikanischem Temperament', so Remmele.

Vortrag und Abschlussgottesdienst standen unter dem Motto 'Macht euch auf und bringt Frucht' – man habe, betonte der Landvolkseelsorger, ausgehend von den Symbolen der Landvolkbewegung, Kreuz und Pflug, 'den Acker ausgeweitet nach Afrika'.

Unter Bezug auf die Evangelientexte des Kirchweihsonntags – Jesus zu Gast bei Zachäus beziehungsweise die Tempelreinigung – gehe es einerseits um den Aspekt der Gastfreundschaft, andererseits darum, die Welt in Form von 'Kommerz draußen zu lassen, aber die Menschen dieser Welt hineinzulassen'. Kardinal Sarr lenkte dann – übersetzt von den KLB-Mitarbeiterinnen Vera Schanz und Josefine Anderer-Hirt – den konkreten Blick auf sein Heimatland: Im Senegal

befindet sich die katholische Kirche bei etwa 95 Prozent Moslems in einer klaren Minderheitensituation, ist aber führend beim Angebot weiterführender Schulen und Universitäten, die von der Elite des Landes, gleich welcher Religion, gerne genutzt werden.

Das friedliche Zusammenleben und -wirken der Religionen funktioniere zum Wohle des Landes im Senegal vergleichsweise reibungslos und friedlich.

Neben der religiösen Bildung von getauften wie ungetauften Kindern und Erwachsenen sowie der Ausbildung einheimischer Priester engagiert sich die Kirche auch in der berufsbezogenen Aus- und Weiterbildung aller Senegalesen, besonders aber der die Gesellschaft zusammenhaltenden Frauen, die in Hauswirtschaft, Wirtschaftskunde und dem Umgang mit Internet und Computer geschult werden sowie Mikrokredite zur Gründung von Kleinstunternehmen erhalten.

Der Kardinal versteht dabei die Arbeit an der Verbesserung der Lebensumstände der Menschen ganz direkt als einen Auftrag Jesu. Die Entwicklung der afrikanischen Herkunftsländer sei das beste Mittel, um einer unkontrollierten Migration zu begegnen.

Eher locker gestaltete sich die Zeit zwischen Vortrag und Gottesdienst: Die Musiker von 'Alpha Son' stellten sich und ihre Instrumente vor, Kardinal Sarr empfahl, passend zur zu Ende gehenden Buchmesse, mit Mariama Bâ und Amadou Kane lesenswerte afrikanische Autoren, die Instrumentalgruppe der KLB Kaufbeuren steuerte besinnliche Klangfarben bei.

Im Gottesdienst übersetzte Sarr dann das Jesus-Wort 'Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt' in einer kurzen, aber prägnanten Predigt in die heutige Zeit: Es gelte, einerseits Gott für Existenz, Nahrung und Gesundheit zu danken, aber auch die soziale Verpflichtung als mündige Bürger gegenüber Staat und Gesellschaft wahrzunehmen.

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