Jugendtreff
Jugendtreff ohne Alkoholausschank für Heranwachsende

Der angedachte gemeindliche Jugendtreff in der alten Schule in Waal nimmt weiter Form an. Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss der Jugendausschuss des Marktgemeinderates einstimmig, dem Hauptgremium den Aufbau einer solchen Einrichtung für Jugendliche in der Kommune zu empfehlen – allerdings unter diversen Auflagen.

Dabei stand unter anderem das Thema Alkoholausschank im Mittelpunkt der Diskussionsrunde, an der sich neben den Ausschuss- und weiteren Gemeinderatsmitgliedern auch Jugendliche und Eltern beteiligten.

Zweite Bürgermeisterin Christa Völk plädierte etwa für ein grundsätzliches Alkoholverbot, 'denn in einer gemeindlichen Einrichtung ist es nicht unsere Aufgabe, den Jugendlichen den vernünftigen Umgang mit Alkohol beizubringen'. Ausschussmitglied Dieter Heim hingegen hatte gegen den Ausschank von Bier an über 16-Jährige nach 20 Uhr nichts einzuwenden: 'Wenn wir zu strikt reglementieren, könnte das Projekt zum Rohrkrepierer werden.'

Letztlich verständigte sich der Ausschuss mehrheitlich darauf, dass keinerlei Alkoholika ausgeschenkt werden dürfen, was in einer von den Jugendlichen selbst entwickelten Hausordnung festgeschrieben werden muss. Geöffnet werden soll der Jugendtreff, der wie berichtet im Erdgeschoss der alten Schule seine Heimat finden könnte, zunächst einmal unter der Woche bis 20 Uhr – aufgrund der Öffnungszeiten der angrenzenden Bücherei jedoch keinesfalls donnerstags – sowie einmal am Wochenende bis 22 Uhr.

'Diese Vorgaben gelten jetzt anfangs einmal, sind aber nicht unumstößlich. Wir werden die Entwicklung abwarten, um die Zügel später eventuell etwas lockern zu können', kündigte Jugendausschussvorsitzender Markus Madersbacher an.

Bei den Jugendlichen riefen jene Kriterien gemischte Reaktionen hervor. 'Ich finde die Regeln in Ordnung. Es liegt an uns und unserem Verhalten. Wir fangen klein an, und wenn es funktioniert, kann man das Ganze ausbauen', sagte etwa Florian Mehl (18). Weniger begeistert zeigte sich Bernd Fischer (15): 'Ein Radler zu trinken, sollte für die älteren Jugendlichen schon drin sein. Außerdem sollte so ein Treff am Wochenende zweimal offen sein, wenn man ihn schon mit viel Aufwand einrichtet.'

Zur Regelung der Aufsichtspflicht soll ein 'Unterstützter-Team' für der von den Jugendlichen selbstverwalteten Einrichtung gebildet werden. Dafür kommen Erwachsene, etwa Eltern, aber auch über 16-Jährige infrage.

'In der Regel funktioniert es gut, wenn sich diese offenen Jugendtreffs autonom organisieren, es aber immer einen Ansprechpartner gibt', berichtete Kreisjugendpfleger Erich Nieberle. Neben seinen Erfahrungen mit Jugendeinrichtungen, rechtlichen Aspekten und Fördermöglichkeiten schilderte er auch den 'unersetzlichen Nutzen' eines selbst verwalteten Jugendtreffs. 'Die Jugendlichen lernen sehr viel dabei, erfahren Demokratie und leben sie mit. Das sind Fertigkeiten, die sich in Schule oder Vereinen nicht in dieser Art und Weise formen lassen', erklärte Nieberle.

Auch Ausschussmitglied und Pädagogin Gerdi Bartholl sprach von einem 'ganz eigenen Wert' einer solchen Einrichtung, die man jedoch 'mit einem guten Gefühl auf den Weg bringen sollte'.

Dieses stellte sich beim Waaler Jugendausschuss unter Berücksichtigung der Auflagen schließlich ein. Segnet auch der Gemeinderat das vorläufige Konzept demnächst ab, muss die Kommune einen Antrag an das Bauamt wegen einer Nutzungsänderung stellen.

Dabei werden etwa Brandschutzbestimmungen und Barrierefreiheit für das noch leer stehende Klassenzimmer in der alten Schule auf den Plan gerufen. 'Das Interesse an diesem Jugendtreff ist zweifellos vorhanden', befand Christa Völk. 'Wenn wir den Raum zur Verfügung stellen, wird alles Weitere sicher rasch in Schwung kommen. Wir dürfen aber nicht zu viel Zeit verlieren.'

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