Ehrenamt
Jugendschutz hat Vorrang bei Ostallgäuer Servicestelle

Der Jugendschutz bleibt weiter ein Schwerpunktthema in der Ostallgäuer Servicestelle Ehrenamt. Immer wieder kommt es nämlich bei Vereinsfesten zu Problemen mit Jugendlichen, die zu spät noch feiern oder unerlaubterweise Alkohol trinken. «Das sind nur Einzelfälle», sagte Landrat Johann Fleschhut im Ausschuss für Kultur, Sport und Ehrenamt. Aber der Jugendschutz habe Priorität, Verstöße müssten geahndet werden.

Marlene Dopfer, Leiterin der Servicestelle, gab den Kreisräten einen Überblick über die Aktivitäten. Die Fortbildungen mit den Volkshochschulen seien gut angekommen. Selbst eine eher trockene Materie wie «Steuerrecht für Vereine» lockte fast 50 Teilnehmer an. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Veranstaltung «Wir feiern alle mit?!» gleich zweimal wiederholt.

Nicht hinnehmbar

Darauf ging auch Fleschhut ein. Für die Behörde sei es nicht hinnehmbar, wenn 14-Jährige nach Partys mit 1,8 Promille im Krankenhaus landen. Anliegen der Behörde sei es nicht, Feiern zu verhindern, sondern Einzelfälle zu vermeiden, bei denen etwas schief läuft. Die Behörde wolle auf keinen Fall, dass keiner mehr die Verantwortung übernehmen will.

Kreisrat Werner Moll (FW) empfahl, bei den Fortbildungen auch aus Fehlern anderer Veranstalter zu lernen und die Gemeinden als Referenten mit ins Boot zu holen. Denn die Rathäuser seien die erste Anlaufstelle. Auch das Thema Nachwuchs für Führungsämter sprach Moll an: Immer wieder gebe es Vereine, bei denen nach 20 Jahren der Vorsitzende abtrete und kein Nachfolger zu finden ist. Als Grund für eine Absage nennen geeignete Kandidaten oft die Angst vor den juristischen Pflichten. Josef Fleschutz (SPD) sieht die Gefahr, dass diejenigen, die etwas tun, «überfrachtet werden». Daher sei die Nachwuchsarbeit oft schwierig.

Landrat Fleschhut erklärte, dass eine Veranstaltung ohne einen juristisch Verantwortlichen nicht machbar sei, egal ob Gaststätte oder Verein. Das Landratsamt überlege, wie man die Eltern stärker einbeziehen könne. Denn trotz einer Erziehungsbeauftragung für eine Feier bleiben die Eltern die Erziehungsverantwortlichen.

Dass die Eltern jetzt schon deutlich auf Fehltritte aufmerksam gemacht werden, wusste Werner Moll: Nach Problemen bei einer Feier im Raum Marktoberdorf ließ die Polizei nachts um 3.30 Uhr die Eltern auf die Inspektion kommen und gab ihnen eine Belehrung.

Infos im Internet und Newsletter

Zufrieden ist Dopfer mit dem Zugriff auf das Internetportal für Ehrenamtliche, das ein «Spezialpublikum» anspreche. Von den 6581 Besuchern im Jahr 2010 sei immer wieder Lob für das Angebot gekommen. Aktuelle Infos gebe es auch in einem Newsletter, den schon 400 Bürger nutzen und zu dem sich jeder anmelden kann. Zudem bietet die Servicestelle wieder Seminare. Neben Rhetorik geht es um Vereins- und Steuerrecht, Haftungsfragen und die Nutzung Neuer Medien wie Facebook für die Vereinsarbeit.

Noch mehr Zugkraft erwartet sich die Servicestelle durch gemeinsame Räume im Landratsamt mit der Freiwilligenagentur «Schwungrad». Durch kurze Wege soll die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher und die Bürgerbetreuung künftig besser koordiniert werden. (vit)

www.ehrenamt-ostallgaeu.de

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