Sammelleidenschaft
Josef Dempf hat über 800 Führer aus Kirchen, Schlössern und Museen

Sorgfältig sind sie einsortiert, nach Postleitzahlen in zig Kartons. Faltblätter, kleine Heftchen, große Bücher. Sogar in verschiedenen Sprachen. Über 800 Führer von Kirchen, Museen und Schlössern hat der Buchloer Josef Dempf mittlerweile gesammelt.

Das Besondere: Dempf hat sich keines der Exemplare von Verlagen schicken oder von Freunden mitbringen lassen, alle Stätten hat er selbst besucht. Auf den Geschmack sind Maria und Josef Dempf eigentlich bei Kulturfahrten der Buchloer Volkshochschule gekommen.

<< Wir waren viel unterwegs, zum Beispiel in Kirchen von Bad Tölz bis Friedrichshafen und hinauf nach Neresheim >>, erzählt er. Zunächst habe es im Reisebus kunsthistorische Einführungen gegeben, in den Kirchen selbst wurde dieses erste Wissen schließlich vertieft. Seitdem hat die Dempfs dieses Hobby nicht mehr losgelassen. Selbst mit dem Fahrrad waren sie zu Gotteshäusern und Schlössern unterwegs. Etwa nach Santiago, Dänemark oder in die Niederlande, immer über 1000 Kilometer weit. << Außer im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern waren wir schon in jedem Bundesland >>, meint Maria Dempf.

Die Führer dienen zu Hause einerseits zum Nachschlagen, andererseits dazu, Erinnerungen der verschiedenen Ausflüge und Reisen wieder aufzufrischen. Dempf zieht blind ein Büchlein heraus und prompt fällt ihm dazu eine passende Anekdote ein. Jeder Ausflug werde mithilfe der Heftchen daheim noch einmal nachgearbeitet. Die meisten Exemplare habe er auch von vorne bis hinten durchgelesen, sagt Dempf. Aus künstlerischem und religiösem Interesse. << Ich habe meinen Horizont dadurch schon erweitert >>, so der Buchloer weiter.

Kaum ein Führer ist doppelt in der Sammlung. Und einer darf natürlich nicht fehlen: der aus der Buchloer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Dempf hat gleich mehrere verschiedene Ausführungen durchgeackert und sich so ein gehöriges Wissen angeeignet. Inzwischen hat er schon selbst Besuchergruppen durch die Stadtpfarrkirche geführt.

Welches Exemplar er denn ganz besonders finde? Nach dieser Frage muss der Senior erst etwas länger grübeln. Das << künstlerisch herausragendste >>, meint er, sei ein Buch der Moschee im spanischen Cordoba. Auch die hat Dempf schon einmal besucht. Er erklärt: << In die Moschee wurde ein Dom, also eine christliche Kirche gebaut. Das hat mich schon sehr beeindruckt. >> Beeindruckt hat ihn noch vieles mehr: der Kölner Dom zum Beispiel, Schloss Versailles oder die Akropolis in Athen. Weit herumgekommen sind sie schon, die Dempfs. Dabei läuft jede Besichtigung nach dem gleichen Muster ab. Erst einmal lasse man den Gesamteindruck des Raumes auf sich wirken. << Dann fallen einem ganz automatisch die Details auf >>, sagt Maria Dempf. Vor allem die Architektur und die Deckengemälde haben es ihnen angetan.

Und während sie mehr auf romanische Kirchen steht, gefallen ihm Glanz und Gloria des Barocks.

Wenn man den riesigen Fundus sieht, glaubt man, es könnte keine Kirche mehr geben, die Maria und Josef Dempf noch nicht gesehen haben. Doch da winkt er ab. << Da fehlen noch jede Menge >>, sagt er. Ausgerechnet welche aus der direkten Nachbarschaft. << Ich war zwar schon einmal in der Denklinger Kirche, habe aber keinen Führer davon >>, erzählt Dempf. Und auch ein Heftchen aus St. Nikolaus in Unterdießen werde er sich demnächst besorgen. Natürlich höchstpersönlich.

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