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«Jedes Maß ist möglich»

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1989 machte sich Schreinermeister Reinhold Echtler in der Lamerdinger Bachstraße mit einem eigenen Betrieb selbstständig. Seit 2006 ist der 50-jährige Obermeister der Innung Kaufbeuren/Marktoberdorf. Sohn Florian (28) ist ebenfalls Schreinermeister und soll den Betrieb in ein paar Jahren übernehmen.

Haben Sie sich mit Ihrer Schreinerei auf etwas Besonderes spezialisiert?

Echtler: Ja, wir haben mittlerweile zwei große Standbeine. Mein Sohn Florian kümmert sich überwiegend um die Möbelschreinerei. Und ich verkleide derzeit hauptsächlich alte Holzfenster, Wintergärten oder Terrassentüren mit einer hinterlüfteten Aluminium-Schale. So werden sie wetterbeständig, ohne dass man das Fenster herausreißen muss, und man spart sich das Streichen.

Mit Aluminium? Das hat mit Ihrem ursprünglichen Werkstoff Holz aber nicht mehr viel zu tun, oder?

Echtler: Stimmt, das macht aber nichts. Damit ein kleiner Betrieb auch in der Zukunft Bestand haben kann, muss man sich Nischen suchen und eventuell auch einmal aus dem Bereich der klassischen Schreinerarbeit hinaus. Die Renovierung der Holzfenster boomt derzeit - und so entstehen Kontakte zu Kunden, die dann vielleicht auch eine neue Eckbank oder ein Schlafzimmer brauchen. Wir kümmern uns aber unter anderem auch um den Dach- und Innenausbau, Fußböden, Küchen, Reparaturen, Restaurierungen, Treppen, Fenster und Türen.

Was sind die Vorteile einer kleinen Landschreinerei gegenüber einem großen Möbelhaus?

Echtler: Ein Möbelhaus hat Stangenware. Wir fertigen individuell nach den Wünschen der Kunden, dadurch ist jedes Maß möglich. Wir brauchen nicht viel Werbung zu machen, zufriedene Kunden empfehlen uns weiter - und wir präsentieren uns auf den regionalen Messen MIR und BAU.

Und wer sind Ihre Kunden?

Echtler: Für die Fensterrenovierung bin ich hauptsächlich in unserer Region - also Buchloe/Kaufbeuren unterwegs. Durch die Möbelschreinerei kommen wir aber auch bis nach München oder an den Ammersee. Wir haben beispielsweise für die Buchloer Realschule die neue Schulküche angefertigt und bauen dort die Türen ein. Das war aber schon ein sehr großes Projekt für uns.

Wo beziehen Sie ihre Materialien?

Echtler: Wir werden hauptsächlich von Händlern aus der Region zwischen Kempten und Augsburg beliefert. Manchmal arbeiten wir aber auch mit kanadischem Ahorn oder afrikanischem Wenge-Holz. Und das kommt natürlich nicht von hier.

Haben Sie eine Lieblingsholzart?

Echtler: Ja, Kirschbaum. Daraus habe ich auch mein Meisterstück - eine Standuhr mit Intarsien gemacht. Wenn ich 60 bin, möchte ich dahin zurückkehren, was ich gelernt habe: Möbel entwerfen, bauen und renovieren. (cg)

 

Reinhold Echtler

 

 

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