Festgottesdienst
In der Buchloer Stadtpfarrkirche wird Patrozinium gefeiert

Mit einem gut besuchten Festgottesdienst, zelebriert von Dekan Reinhold Lappat, wurde in der Buchloer Stadtpfarrkirche 'Mariä Himmelfahrt' das Patrozinium gefeiert. Festlich geschmückt war das Gotteshaus mit üppigem spätsommerlichem Blumenschmuck und speziell den Kräuterboschen in allen Größen.

Sie boten alles auf, was derzeit an Kräutern und farbigen Blüten in Wald, Flur und Buchloer Vorgärten zu haben ist. Entsprechend leitete Lappat seine Predigt ein: "Was für ein Tag. Es duftet nach Weihrauch, nach Kräutern, nach Leben, nach richtigem Leben."

Doch nicht nur der Geruchssinn wurde angesprochen: Unter Leitung von Kirchenmusiker Thorsten M. Schmehr sorgten der Kirchenchor der Pfarrei, ein Blechbläser-Ensemble samt Pauken sowie Wolfgang Münchow an der Orgel für den auch musikalisch festlichen Rahmen.

Neben der kraftvoll-eingängigen, meist auf den Wechsel zwischen Antwortgesang der Gemeinde und Chorvers setzenden, deutschsprachigen 'Regensburger Festmesse' des Kirchenmusikdozenten Karl Norbert Schmid erklangen auch die lateinische 'Missa in Honorem Sancti Josephi' von Flor Peeters sowie eine sich in bester romantischer Chortradition bewegende 'Ave Maria'-Vertonung von Karl May.

Anregend, nachdenklich und ermutigend war Lappats Auslegung des Magnificat-Textes als Evangelium: Ausgehend von der wörtlichen Bedeutung des 'Magnificat' ('Der Name des Herrn sei gepriesen' – vom Evangelisten Maria beim Besuch ihrer ebenfalls schwangeren Verwandten Elisabeth in den Mund gelegt –, stellte Lappat die alle Menschen im Kern bewegende Frage, wie es aussieht mit dem Traum von der 'heilen Welt' in Familie, Beruf und Kirche angesichts einer 'Wirklichkeit, die uns schnell einholt'.

Auch wenn es möglich sei, 'manchmal einen Schimmer von Schönheit und Harmonie, von tiefem Frieden zu erhaschen', müsse man nüchtern sehen: 'Es gibt keine heile Welt, aber eine Welt des Heils, die ihren Anfang in Christus nahm und Erlösung brachte', sagte der Stadtpfarrer.

Diese Dimension der Erlösung könne auch heute noch in der 'im Kleinen wie im Großen brüchigen Welt' erfahren werden durch 'das Lob der Größe des Herrn' nach Marias Vorbild. Diese 'Größe' – im griechischen Original durch den Begriff 'mega' wiedergegeben und damit, wie Lappat schmunzelnd meinte, der heutigen Jugendsprache durchaus nah – habe für Maria vor allem in der Menschwerdung Gottes fernab aller theologischen Diskussionen rund um das Thema Jungfrauengeburt sowie in der liebenden, bedingungslosen Loyalität Gottes zu seinen Geschöpfen bestanden.

Wo auch heute noch Menschen darauf verzichteten, 'lieber menschlichen Größenwahn' zu preisen, sondern vielmehr mit starkem Glauben und täglicher Einübung Gott in den Fokus nähmen, gelte nach wie vor: 'Lobpreis kann unser Leben verändern.'

Dank an den Frauenbund

Heilkräfte im ganz konkreten Sinne standen am Ende des Festgottesdienstes nochmals im Zentrum, als Lappat die traditionelle Segnung der Kräuterboschen vornahm: Die heilende Wirkung vieler Pflanzen sei ein Dokument dafür, 'dass Gott es mit uns gut meint'.

Dank sprach er auch dem Katholischen Frauenbund aus, der die Kirchenbesucher mit frisch gebundenen Boschen versorgt habe.

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