Fechten
«Ich will mein Wissen an die Kinder weitergeben»

Jengen Wer Veronika Schiller kennt, den überrascht wenig. Mit 18 veröffentlichte sie ihr erstes Buch. «Schloss Braunfels» lautete damals der Titel, der unter dem Pseudonym Paula von Gennach erschien. Im vergangenen Sommer beendete sie ihr Jurastudium mit ausgezeichneten Leistungen. Derzeit arbeitet Schiller an ihrem Doktortitel. Mit 23 Jahren.

Vor diesem Hintergrund wirkt der jüngste sportliche Coup fast schon gewöhnlich. Beim Treffen der schwäbischen Fechter in Königsbrunn wurde Schiller zur Bezirksfechtwartin gewählt. Fortan fungiert die 23-Jährige vom FC Jengen als Organisatorin, Ansprechpartnerin, Repräsentantin und Vertreterin der schwäbischen Belange im Bayerischen Fechtverband. Die Wahl hat die 23-Jährige überrascht. Vielleicht sogar mehr als die Menschen in ihrem Umfeld. Weil sie so jung sei, meint sie. Normalerweise seien Verbandsleute ja eher im gesetzteren Alter. «Viele Abteilungsleiter haben mir aber gesagt, sie freuen sich einfach auf neuen Schwung und jugendlichen Elan.» Daneben hat Veronika Schiller aber auch fachlich einiges zu bieten. Die Kaufbeurerin fechtet, seit sie fünf ist. Die Entscheidung fiel leicht. In der Familie schwingen alle das Florett Bruder, Schwester, Mutter. Daneben wollte sie aber auch einen Sport machen, der nicht alltäglich ist, sagt sie.

Schiller hat Talent. Mit dem TV Kaufbeuren holte sie zahlreiche Meistertitel auf Landesebene und startete bei internationalen Turnieren. Mit 18 Jahren wurde sie in die Juniorennationalmannschaft aufgenommen. Vor dem Sprung in die Erwachsenen-Klasse schreckt sie allerdings zurück. «Wenn du da erfolgreich sein willst, muss du am Besten Sportsoldat werden», sagt Schiller. Mit dem Studium lässt sich der Leistungssport hingegen kaum vereinbaren.

Auf dem linken Ärmel ihres weißen Fechtanzugs prangt noch heute das Wappen des TVK. Schillers aktueller Verein heißt seit einem Jahr jedoch FC Jengen. Mit dem aktiven Fechten hat sie weitgehend abgeschlossen. Zweimal startete sie im vergangenen Jahr noch bei einem Ranglistenturnier, beim Weltcup in Kopenhagen wurde sie Fünfte. Der Fokus der 23-Jährigen liegt nun aber auf der Ausbildung.

Gemeinsam mit Trainer Gabor Ronai gibt sie die Stunden beim FC Jengen. «Ich will mein Wissen an die Kinder weitergeben», sagt sie.

Schillers Ziele sind ambitioniert: In naher Zukunft sollen zwei oder drei aus dem Kreis der knapp zwei Dutzend jungen Fechter bei der deutschen Meisterschaft starten. Bei den zahlreichen Titeln auf schwäbischer und bayerischer Ebene, die der FC in seinem ersten Jahr holte, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis Schiller auch hinter dieses Ziel einen Haken machen kann.

 

Wissen weitergeben: Beim FC Jengen kümmert sich Veronika Schiller um die Ausbildung des Fechtnachwuchses. Foto: Stefan Drescher

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