Aktion
Hunderte Gläubige bilden in Buchloe und Jengen Menschenketten um die Gotteshäuser

Ein Zeichen setzten zahlreiche Christen der Pfarreiengemeinschaften Buchloe und Jengen gestern Vormittag: Nach den Gottesdiensten umarmten sie ihre Kirchen symbolisch und bildeten Menschenketten rund um die Gotteshäuser.

'Es sollte ein unkompliziertes, ein frohes Zeichen sein', betonte der Buchloer Stadtpfarrer und Regionaldekan Reinhold Lappat gegenüber der BZ. Lappat ist Mitinitiator der Aktion 'Kirche umarmen'. Sie ist eine Reaktion auf die bei vielen Gläubigen umstritten Reformpläne des Augsburger Bischofs Konrad Zdarsa.

Dabei will Lappat 'Kirche umarmen' nicht als Protest verstanden wissen. Im Gegenteil: 'Wir wollen zeigen, was uns unsere Kirche wert ist', betonte er. Und dabei gehe es nicht nur um ein Haus aus Stein, das symbolisch umarmt werde, 'sondern um die Gemeinschaft, die drinnen ist'.

Die Gemeinschaft ist es auch, die für Matthias Fack im Mittelpunkt steht. Der Vorsitzende der Buchloer Kolpingfamilie hat sich ebenfalls in den Kreis der 'Umarmenden' eingereiht: 'Ich will deutlich machen, dass wir unsere Kirche im Ort brauchen.

Durch die Reformpläne wird negiert, wie bunt und vielfältig das Leben in unserer kirchlichen Gemeinschaft ist. Die Pläne werfen uns um 50 Jahre zurück in die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil.'

Auch Katrin Gramlich findet die Pläne des Augsburger Bischofs 'nicht lustig'. Sie selbst ist eine regelmäßige Kirchgängerin und würde es bedauern, 'wenn man eines Tages kilometerweit fahren müsste, um einen richtigen Gottesdienst zu besuchen'.

Von den Plänen aus Augsburg hält eine 72-jährige Buchloerin 'gar nichts'. Sie kam eigens zu der Aktion 'Kirche umarmen' zur Stadtpfarrkirche und meint: 'Man kann die Reformvorschläge überhaupt nicht verstehen.'

Ebenso wie fast alle anderen Kirchenbesucher steht die Frau kurz darauf im großen Kreis, der sich rund um Mariä Himmelfahrt zieht. 'Man muss doch zum Pfarrer und zu unserer Kirche stehen', sagt sie zu ihrer Nachbarin und die Frau links neben ihr nickt.

Am Rande der Aktion diskutierte eine Gruppe von Kirchgängern auch die offenbar bevorstehende Ablösung des Dießener Dekans und Pfarrers von Egling, Fritz Kahnert. Dieser hatte Kritik an der pastoralen Raumplanung geäußert. Auch einem zweiten Dekan aus der Region drohe die Amtsenthebung, heißt es in Kirchenkreisen.

'Mir ist nichts davon bekannt', sagte dazu Stadtpfarrer und Regionaldekan Reinhold Lappat.

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