Special Fasching im Allgäu SPECIAL

Fasching
Hexen nehmen das Rathaus ein

Mit wildem Blick reiten neun Buchloer Stadthexen über die Straßen in Richtung Rathaus. Kein Auto ist vor ihren Reisigbesen sicher und auch ein kleines Kind ziehen sie sofort in ihren Bann. Ihre schwarzen Fingernägel sind fast so lang wie ihre krummen Nasen und sie sind sich ihrer Sache sicher. «Wir übernehmen heute die Macht im Rathaus und werden die Verantwortlichen bis zum Rosenmontag mit unserem selbst gebrauten Hexentrunk benebeln», erklärt Hexe Daniela Brunner. Schließlich geht es den Zauberinnen darum, den Fasching in Buchloe wieder aufleben zu lassen. Und mit einem Schlüssel zum Rathaus, inklusive Stadtkasse, lässt sich diese Mission leichter erfüllen.

Pfeifend und jaulend stürmen sie dann ins Amtszimmer von Bürgermeister Josef Schweinberger. Allerdings ist dieser gar nicht zugegen, stattdessen sehen sich die verkleideten Damen dem Dritten Bürgermeister Manfred Beck gegenüber. Der ist auf den ersten Blick ziemlich überrascht, welch sonderbare Bürgerinnen da ein Anliegen vorbringen wollen. Als er hört, worum es geht, und mit Besenstreichen sowie Zaubersprüchen bedroht wird, bleibt ihm nur eine Möglichkeit: «Wir ergeben uns, alles andere hätte hier keinen Sinn.» Auch VG-Geschäftsstellenleiter Arthur Salger schluckt widerstandslos den giftgrünen Hexentrunk. Dadurch willenlos gemacht, rückt er auch gleich den (symbolischen) Schlüssel zum Rathaus heraus.

Oberhexe Hella Mehl ist mit dem Ergebnis des Rathaussturms vollauf zufrieden. «Uns ist es einfach wichtig, Buchloe in der Faschingszeit wieder zu beleben, deshalb machen wir auch seit drei Jahren verschiedene Aktionen.» Angefangen haben die Buchloer Stadthexen zu dritt, sie zogen am 11. November durch die Läden und machten Stimmung. «Einige waren richtig entsetzt, im Café Hörberg wurden wir dagegen sehr freundlich aufgenommen», erinnert sich Daniela Brunner.

Inzwischen ist die Hexenvereinigung auf knapp 15 angewachsen, weitere Faschingsfreunde sind erwünscht. «Wir wollen wirklich etwas auf die Beine stellen in den nächsten Jahren, das heißt, wer Lust hat, kann sich im Café Hörberg melden», so Mehl. Allerdings legen die Hexen keinen Wert auf ausgewachsene Trinkgelage. Ein gemäßigter Fasching soll es sein, der für die ganze Familie attraktiv ist.

Woher die Narren kommen, ist dabei auch völlig egal. Neben Wiedergeltingen, Lindenberg oder Weinhausen ist beispielsweise auch eine ganz besondere Hexe aus Lauingen mit von der Partie. «Hexer Gunnar hat uns von Anfang an Unterstützung zugesagt. Deshalb müssen sich auch andere Männer, die Lust auf Fasching haben, nicht scheuen, sich bei uns zu melden.»

Schließlich soll ein lebendiger Fasching in Buchloe wieder Tradition werden. Damit es in jedem Jahr aufs neue heißt: «Hex, hex, hurra - der Buchloer Fasching ist wieder da!»

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