Entscheidung
Gemeinderat Lamerdingen spricht sich für Fahrradweg nach Dillishausen aus

Vor etwa zwei Jahren wollte der Gemeinderat Lamerdingen mit einem speziellen Förderprogramm einen Radweg entlang der Staatsstraße 2035 zwischen Lamerdingen und Dillishausen bauen (wir berichteten). «Allerdings kamen wir damals, wie viele andere auch, nicht zum Zug», erklärte Bürgermeister Konrad Schulze in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Jetzt stand das Gremium erneut vor der Entscheidung, wo der künftige Radweg verlaufen soll: auf dem bestehenden Wirtschaftsweg entlang der Bahnlinie oder an der Staatsstraße?

Die Räte entschieden sich gegen einen Neubau und beauftragten das Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft mit den Planungen für den Ausbau des Weges am Bahndamm. Über Details will das Gremium zu einem späteren Zeitpunkt beraten.

Bereits seit vielen Jahren kommt das Thema Radweg immer wieder auf den Ratstisch und im Haushalt ist schon lange Geld eingeplant.

Bürgermeister Schulze berichtete, dass die Gemeinde für die Maßnahme mit einem Zuschuss von 45 Prozent durch die Regierung von Schwaben rechnen könne. Dabei sei allerdings nur eine Breite von 2,50 Meter förderfähig.

Noch keine definitive Zusage

Laut einer aktuellen Kostenschätzung belaufen sich die Kosten bei einer Ausbaubreite von 3,50 Meter auf insgesamt etwa 340000 Euro. Nach Abzug der Fördergelder in Höhe von 110000 Euro würde ein Eigenanteil von etwa 230000 Euro bleiben. Die Jagdgenossenschaft habe bereits ihre Unterstützung zugesagt, informierte das Gemeindeoberhaupt. «Sie wollen allerdings erst konkrete Zahlen sehen, bevor sie eine definitive Zusage machen.»

Damit mit dem Ausbau im Jahr 2012 begonnen werden kann, müsse ein entsprechender Zuschussantrag bis spätestens Anfang September bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden.

«Nach jahrelangem Verschieben sollten wir den Radweg jetzt endlich in Angriff nehmen», meinte Arnold Jaser. Eine Breite von drei Metern reiche jedoch. «Wir wollen ja keine Schnellstraße.» Das Thema Radwege müsse in der Gemeinde endlich ernsthaft angegangen werden, sagte Hanspeter Eberhardt. «Ein Radweg muss nicht unbedingt asphaltiert sein», betonte Stefan Geirhos. Ihm würde es reichen, wenn der Wirtschaftsweg ausgebessert und dann in gutem Zustand gehalten wird.

Erst Schulden abbauen

Dem entgegnete Michael May, dass es vor allem für kleine Kinder und Senioren wesentlich angenehmer zu fahren sei, wenn der Weg asphaltiert ist.

Zweiter Bürgermeister Georg Weiß merkte an, dass durch die schweren landwirtschaftlichen Maschinen der Weg bisher jedes Jahr ausgebessert werden musste: «Das bekommt man auch nicht richtig in den Griff.» Simon Fischer sprach sich zwar grundsätzlich für den Ausbau aus, fragte jedoch, ob es der richtige Zeitpunkt sei. Die Gemeinde habe immer noch - wenn auch relativ geringe - Schulden und diese sollten erst abgebaut werden. Dem wiederum widersprach Eberhardt: «Wir können nicht immer nur aufs Geld schauen. Wir müssen die Gemeinde attraktiv halten. Um die Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 431 Euro werden wir von vielen Kommunen beneidet.» Bei einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat den Ausbau des Wirtschaftsweges.

Geirhos verweigerte ein Ja, weil er erst wissen wolle, mit wie viel Prozent sich die Jagdgenossenschaft am Ausbau beteiligen wird.

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